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Ein neuer Ansatz schottischer Forscher könnte dem geistigen Verfall bei älteren Menschen einen Riegel vorschieben: Durch Blockieren eines Enzyms im Gehirn gelang es den Wissenschaftlern bereits, die Sprachgewandtheit und das Sprachgedächtnis bei 22 älteren Männern deutlich zu verbessern. Die Blockade verhindert einen übermässigen Anstieg bestimmter Steroidhormone, denen eine Schlüsselrolle beim Verlust der geistigen Fähigkeiten im Alter zugeschrieben wird. Das berichten Jonathan Seckl und seine Kollegen von der Universität in Edinburgh in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0306996101).

Die so genannten Glukokortikoide, zu denen beispielsweise die Hormone Kortisol, Kortison und Kortikosteron gehören, erfüllen im Körper viele Aufgaben. Sie steuern unter anderem die Kohlenhydratbildung in der Leber, regulieren den Blutzuckerspiegel und beeinflussen das Immunsystem, den Wasser- und den Elektrolythaushalt. Eine Störung im komplexen Zusammenspiel von Gehirn und Körperorganen, wie sie im Alter häufig auftritt, kann zu Schwankungen bei der Produktion dieser Hormone führen.

Besonders empfindlich auf solche Schwankungen reagiert der Hippocampus, eine Gehirnregion, die beispielsweise für die Langzeitspeicherung von Erinnerungen zuständig ist: Ist der Glukokortikoid-Spiegel chronisch erhöht, kann das zum Tod von Hippocampus-Zellen führen. Wissenschaftler vermuten, dass dieser Mechanismus der Grund für den schleichenden Verlust der geistigen Fähigkeiten im Alter ist. Um diese Theorie zu überprüfen, gaben Seckl und seine Kollegen der Hälfte ihrer 22 Probanden im Alter von 52 bis 75 Jahren ein Medikament, das ein Enzym mit dem monströsen Namen 11-beta-Hydroxysteroid-Dehydrogenase blockiert. Die andere Hälfte der Testteilnehmer erhielt ein Placebo ohne Wirkstoff.

Das Enzym recycelt die Glukokortikoide im Gehirn. Wird es blockiert, fällt der Glukokortikoidspiegel ab. Bereits nach vier Wochen konnten die Forscher erste Erfolge feststellen: Die Probanden, die das Medikament bekommen hatten, schnitten in Gedächtnis- und Sprachtests deutlich besser ab als vor Beginn der Behandlung. Auch traten während des Tests keine Nebenwirkungen auf. Seckl und seine Kollegen wollen diese Ergebnisse nun in grösseren Studien mit mehr Probanden überprüfen. Sollten sich die Befunde bestätigen, könne möglicherweise endlich eine wirksame Therapie gegen den Verlust der geistigen Fähigkeiten im Alter entwickelt werden, hoffen die Forscher.

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