Gesundheit, Wellness, Medizin

Das älteste und wahrscheinlich am häufigsten eingesetzte therapeutische Mittel, die Bettruhe, ist wenig effizient und manchmal sogar schädlich. Zu diesem Schluss kommen Prof. C. Del Mar und seine Mitarbeiter von der Universität Queensland, Australien in einer Studie, die im Fachjournal The Lancet veröffentlicht wurde.

Das Team hat die medizinische Literatur systematisch nach Studien zur Effektivität der Bettruhe als Behandlungsmethode durchforstet. Unter über 60 Studien fand sich keine, die nachweisen konnte, dass Bettruhe einen Nutzen für den Gesundheitszustand oder das Befinden der Patienten bringt.

Im Gegenteil: Nach manchen Untersuchungen oder Eingriffen, etwa Herzkatheteruntersuchungen, Lumbalpunktion oder Geburten erlitten die Patienten sogar mehr Schaden als Nutzen. Typische Komplikationen der Bettruhe reichen von Thrombosen und Dekubitus (Wundliegen) über Osteoporose bis zu Lungenentzündung.

Wahrscheinlich sei es am besten, den Patienten die Entscheidung über eine Bettruhe selbst zu überlassen, erklären die Autoren. Ob Ärzte sich dieser Sicht anschliessen, bleibt offen: Mit der Entscheidungsgewalt über die Bettruhe verlieren Ärzte auch an Autorität – wer nicht mehr im Bett liegt, ist augenfällig nicht mehr unterlegen.

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