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Neuer Ansatz gegen Sepsis: Körpereigenes Eiweiss kann die übertriebene Immunreaktion bei bakteriellen Infektionen verhindern

Ein körpereigenes Eiweiss könnte helfen, die gefährliche bakterielle Sepsis zu bekämpfen: Es hält das bei bakteriellen Infektionen manchmal übereifrige Immunsystem in Schach. Ein internationales Forscherteam hat nachgewiesen, dass das entzündungshemmende Protein Annexin I weisse Blutkörperchen daran hindert, aus dem Blut heraus ins Gewebe zu wandern. Fehlt Annexin I, strömen die Blutkörperchen in die umliegenden Organe und können dort lebensbedrohliche Schäden anrichten. Die Ergebnisse könnten bei der Entwicklung neuer nebenwirkungsärmerer Medikamente helfen, hoffen die Forscher.

Eine http://webanae.med.uni-jena.de/WebObjects/DSGPortal.woa/WebServerResources/sepsis/index.html“ target=“_blank“>Sepsis tritt auf, wenn eine bakterielle Infektion ausser Kontrolle gerät: Beim Versuch, die Bakterien zu bekämpfen, schiesst das Immunsystem übers Ziel hinaus und löst dabei Reaktionen aus, die den Körper schädigen. Symptome sind etwa eine extrem hohe oder niedrige Körpertemperatur, Schüttelfrost, Herzrasen, ein Blutdruckabfall und eine starke Vermehrung der weissen Blutkörperchen, der Leukozyten. Unbehandelt führt die übertriebene Immunreaktion fast immer zum Tod. Die Sepsis ist die häufigste Todesursache auf Intensivstationen und fordert pro Jahr mehr Opfer als Aids oder Brustkrebs.

Der Mediziner Mauro Peretti und sein Team haben nun die Rolle von Annexin I bei einer bakteriellen Infektion untersucht. Annexin I sitzt normalerweise auf der Oberfläche von Leukozyten und vermindert deren Fähigkeit, sich an die Wände der Blutgefässe zu heften. Ihr Weg hinaus ins Gewebe ist damit erschwert, und die daraus resultierenden Schäden eingedämmt.

Simulierten die Forscher bei normalen Mäusen eine bakterielle Infektion, wanderten langsam weisse Blutkörperchen ins umliegende Gewebe. Gleichzeitig produzierte ihr Körper für rund 24 Stunden deutlich mehr Annexin I als sonst. Bei Mäusen dagegen, die selbst kein Annexin I produzieren konnten, fand ein rasanter Ausstrom an Leukozyten aus dem Blut statt, der innerhalb von 48 Stunden zum Tode führte “ ein Ablauf, der dem der Sepsis stark ähnelt. Wurde diesen Tieren jedoch innerhalb von 24 Stunden nach der Infektion künstlich Annexin I zugeführt, überlebten 60 Prozent.

Die Wissenschaftler hoffen, auf der Basis dieser Ergebnisse bessere und sichere Medikamente gegen die Sepsis entwickeln zu können. Annexin I könnte helfen, die Reaktion des Immunsystems besser auszubalancieren, so dass bakterielle Toxine zwar erfolgreich bekämpft werden, das körpereigene Gewebe jedoch möglichst nicht geschädigt wird.

Mauro Peretti (Queen Mary™s School of Medicine and Dentistry, London) et al.: American Journal of Pathology, Bd. 166, S. 1581
ddp/wissenschaft.de “ Stefanie Offermann

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