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Empfindung von Düften ist stets durch Lernen und alte Erfahrungen geprägt

Der menschliche Geruchssinn lernt ständig dazu und verbessert so stetig die Fähigkeit, Düfte zu unterscheiden. Nur auf diese Weise kann der Mensch im Laufe eines Lebens lernen, Tausende oder sogar Hunderttausende Gerüche zu erkennen, sagen amerikanische Wissenschaftler. Die Forscher liessen Freiwillige in ihren Tests Blumendüfte oder andere Duftstoffe schnuppern und beobachteten gleichzeitig die Hirnaktivität der Probanden. Dabei erwies sich ein für das Lernen zuständiges Hirnareal als sehr aktiv.

Für ihre Studie präsentierten die Forscher den Probanden zunächst eine Reihe von Düften und erprobten dabei die Fähigkeit, diese zu unterscheiden. Dann wählten die Wissenschaftler einen Stoff aus und setzten die Versuchspersonen mehrere Minuten lang dieser Duftnote aus. Diese längere Konfrontation mit einem Geruch setzte bei den Probanden bereits einen Lernprozess in Gang: In den folgenden Tests konnten die Freiwilligen Duftstoffe mit ähnlicher Duftnote deutlich besser unterscheiden. So entwickelten sich einige Versuchspersonen in kurzer Zeit zu regelrechten Duftexperten, beispielsweise für Blumendüfte, berichten die Forscher. Sie konnten die Gerüche der betreffenden Duftklasse genauer differenzieren und in Unterklassen einordnen.

Dieses aktive Lernen bestätigte sich auch bei Messungen der Hirnaktivität der Probanden mit der so genannten funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI). Bei diesem Verfahren wird der Blutfluss im Gehirn gemessen, woraus sich Rückschlüsse auf die Aktivität der jeweiligen Hirnregion ziehen lassen. Während der Schnüffeltests erwiesen sich zwei Hirnregionen als besonders aktiv, die mit dem Lernen in Verbindung gebracht werden.

Riechen sei eben für das Gehirn nicht nur das schlichte Verarbeiten von Duftreizen, erklären die Forscher die Ergebnisse. Es sei immer auch verknüpft mit dem Einfluss anderer Hirnregionen, die für das Lernen und frühere Erfahrungen zuständig sind. Nur so könne sich der Mensch im Lauf seines Lebens den riesigen Schatz gespeicherter Erinnerungen an Düfte aneignen.

Wen Li (Nothwestern University, Chicago) et al.: Neuron, Bd. 52, S. 1097



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