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Visuelles Gedächtnis funktioniert deutlich schlechter als normalerweise

Der optische Arbeitsspeicher im Gehirn funktioniert bei Menschen mit einem hohen Risiko für Alzheimer schlechter als bei anderen: Liegt bei einem Patienten eine so genannte leichte kognitive Störung vor, kann er sich schlechter an gerade gesehene Bilder erinnern als ein Mensch ohne geistige Beeinträchtigung. Da solche kognitiven Störungen, bei denen die Betroffenen leichte Gedächtnisprobleme haben, als Frühzeichen für Alzheimer gelten, könnte ein Test des visuellen Arbeitsspeichers eine zuverlässige Früherkennung der Demenzerkrankung ermöglichen. Das berichten Zhong-Lin Lu von der Universität von Südkalifornien in Los Angeles und seine Kollegen in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0408402102).

Das so genannte ikonische Gedächtnis ist eine Art visueller Arbeitsspeicher, in dem Bilder zuvor betrachteter Objekte für Sekundenbruchteile zwischengelagert werden, bevor das Gehirn sie ins Kurzzeitgedächtnis übernimmt. Im Durchschnitt bleiben die Bilder dabei bis zu einer Sekunde in diesem Speicher. Vor sechs Jahren stiess ein amerikanischer Wissenschaftler bei einer Studie zufällig auf einen Probanden, dessen ikonisches Gedächtnis mit etwa 50 Millisekunden ungewöhnlich kurz war. Es stellte sich heraus, dass dieser Proband wenige Jahre später an Alzheimer erkrankte.

Um zu überprüfen, ob das ein Zufall war oder ob der visuelle Arbeitsspeicher tatsächlich bereits in einer sehr frühen Phase der Demenzerkrankung beeinträchtigt ist, testeten Lu und seine Kollegen das ikonische Gedächtnis von 50 Freiwilligen. 11 der Probanden litten unter einer leichten kognitiven Störung, die anderen dienten zur Kontrolle. In einer der Kontrollgruppen lag das Durchschnittsalter ebenso wie in der Testgruppe bei über 80 Jahren, während die andere Gruppe aus etwa 20-jährigen Studenten bestand. Während des Tests erschienen auf einem Bildschirm acht im Kreis angeordnete Buchstaben, die nach einer Zehntelsekunde wieder verschwanden. Mit einer variablen Zeitverzögerung wurde anschliessend ein Pfeil eingeblendet, der auf eine der vorher von den Buchstaben besetzten Positionen zeigte. Die Probanden sollten dann den entsprechenden Buchstaben nennen.

Für die Teilnehmer mit der kognitiven Störung war es ab einer bestimmten Zeitverzögerung unmöglich, die Buchstaben zu rekapitulieren “ ein deutliches Zeichen für ein beeinträchtigtes ikonisches Gedächtnis. Beide Kontrollgruppen hatten dagegen keine Schwierigkeiten mit der Aufgabe. Sollte bei der Testgruppe tatsächlich während der nächsten Jahre Alzheimer diagnostiziert werden, sei ein schlechter visueller Arbeitsspeicher ein weiteres Frühwarnzeichen für die Demenz, schreiben die Forscher. Bislang kann die Krankheit im frühen Stadium nicht eindeutig von anderen Demenzerkrankungen unterschieden werden.

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