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Der Genmais war von der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA am 19. April für unbedenklich erklärt worden. Bei den Versuchen seien zu viele Anomalien aufgetaucht, sagte Gerard Pascal, der Leiter der Französischen Kommission für Biomolekularforschung (CGB), der Zeitung «Le Monde» (Freitagausgabe). Man müsse das Dossier wieder öffnen.

Der gentechnisch veränderte Mais des Konzerns Monsanto, MON 863, war auch bei deutschen Experten auf Bedenken gestossen, weil er ein Gen für Resistenz gegen Antibiotika enthält. Die französischen Forscher gingen in eine andere Richtung: Sie verfütterten den Genmais an Ratten und beobachteten ihre Entwicklung im Vergleich zu Ratten, die mit normalem Mais gefüttert wurden. Nach 90 Tagen stellten sie bei den Versuchstieren Veränderungen fest.

Die mit MON 863 gefütterten männlichen Tiere wiesen dem CGB- Bericht zufolge «eine signifikante Erhöhung der Zahl der weissen Blutkörperchen und Lymphozyten» sowie Verkleinerungen und Entzündungen der Nieren auf. Bei den Weibchen seien «ein Rückgang der Retikulozyten» (junger roter Blutkörperchen) und eine «signifikante Erhöhung des Blutzuckers» festgestellt worden.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority/EFSA) und andere Institute befanden, die Abweichungen lägen im Rahmen des statistischen Zufallsbereichs. Pascal erklärte sich aber besorgt wegen der hohen Zahl der Parameter, bei denen es Abweichungen gibt.

«So etwas habe ich noch bei keinem anderen Dossier gesehen», sagte Pascal der «Monde». Die vom ihm geleitete Kommission bedauerte auch, dass es keine Versuche an Milchkühen gebe, für die der Mais bestimmt sei, und dass die in Kanada erhobenen Daten für die Zulassung nicht zugänglich seien.

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