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Von der inneren Uhr hängt auch die Bildung von Stresshormonen ab

Die innere Uhr eines Menschen steuert nicht nur den Verlauf des Blutdrucks über den Tag hinweg, sondern beeinflusst auch die Produktion von Stresshormonen wie Adrenalin. Das haben US-Forscher in Labortests mit Mäusen herausgefunden.

Die Wissenschaftler um Anne Curtis von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia können damit erklären, warum bei den meisten Menschen der Blutdruck morgens ansteigt und in den Morgenstunden auch mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle
auftreten als zu anderen Tageszeiten. Die Entdeckung könnte helfen, neue Medikamente gegen Bluthochdruck zu entwickeln.

Die Wissenschaftler untersuchten für ihre Studie Mäuse, bei denen bestimmte für die innere Uhr verantwortliche Gene funktionsuntüchtig waren. Dieser auch „master clock“ genannte Zeitmesser ist ein Zellhaufen in einer zentralen Zone des Gehirns und steuert zahlreiche Körperfunktionen, die einem Tagesrhythmus gehorchen, darunter auch den Blutdruck. Wie erwartet verschwand bei den genveränderten Mäusen der von der Tageszeit abhängige Verlauf des Blutdrucks.

Doch gleichzeitig beobachteten die Wissenschaftler auch, dass die Tiere auf Stress anders reagierten: Wurden die Mäuse Stressreizen ausgesetzt, kam es weder zu einer Erhöhung des Blutdrucks noch zu einem Anstieg der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Bezüglich anderer Hormone waren die Reaktionen der Tiere auf Stress jedoch normal. Versuchstiere ohne veränderte Gene hatten in den Experimenten hingegen auf Stressreize mit höheren Blutdruck und einem Anstieg der Hormonspiegel reagiert. Diese Reaktion fiel am Morgen eines typischen Tagesrhythmus deutlich stärker aus als zu anderen Tageszeiten, hatten die Forscher herausgefunden.

Die Wissenschaftler glauben daher, mit der Entdeckung des Zusammenhangs von innerer Uhr, Blutdruck und der hormonellen Reaktion auf Stress einen neuen Ansatz für die Entwicklung hochwirksamer Medikamente gegen Bluthochdruck gefunden zu haben. Durch ein gezieltes Zurückstellen der inneren Uhr bei Bluthochdruckpatienten könnte nicht nur der gefährliche Anstieg des Blutdrucks am Morgen verhindert, sondern auch die Anfälligkeit der Patienten auf Stressreize reduziert werden.

Anne Curtis (Universität von Pennsylvania, Philadelphia) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI 10.1073/pnas0611680104


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