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Alzheimer-Diagnose mit Antikörpern

Ein Bluttest könnte in Zukunft dabei helfen, die Alzheimersche Krankheit eindeutig zu diagnostizieren: Amerikanische Forscher haben entdeckt, dass die Menge bestimmter Antikörper im Blut von Alzheimer-Patienten bis zu viermal so hoch ist wie bei gesunden Probanden. Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen, stünde Medizinern erstmals ein Test zur Verfügung, mit dem die Demenzerkrankung bereits in einem frühen Stadium zweifelsfrei festgestellt werden kann. Das berichten Shyamala Mruthinti von der medizinischen Hochschule von Georgia in Augusta und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift Neurobiology of Aging Neurobiology of Aging (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1016/j.neurobiolaging.2003.11.001).

Die Diagnose der Alzheimer-Krankheit stellt Mediziner bis heute vor grosse Probleme, da ihre Symptome “ wie eine Verkleinerung des Gehirns und eine verminderte Hirndurchblutung “ auch bei anderen Demenzerkrankungen auftreten können. Erst wenn sich zusätzlich die typischen Persönlichkeitsveränderungen bei den Betroffenen bemerkbar machen, ist eine sichere Diagnose möglich. Zu diesem Zeitpunkt ist meist jedoch bereits ein grosser Teil des Gehirns unwiederbringlich zerstört. Wissenschaftler suchen daher intensiv nach einer Möglichkeit, die Krankheit bereits so früh zu entdecken, dass eine vorbeugende Behandlung noch Wirkung zeigt.

Das Protein-Fragement Amyloid-beta gilt als Hauptverursacher der Hirnschädigung bei der Alzheimer-Krankheit. Es reichert sich in Klumpen, den so genannten Plaques, im Gehirn an und zerstört dabei die Nervenzellen. Die Ablagerungen rufen zusätzlich auch eine Immunantwort hervor, bei der sich vermehrt gegen Beta-Amyloide gerichtete Antikörper bilden. Mruthinti und ihren Kollegen ist es nun gelungen, diese Antikörper nachzuweisen. Beim Vergleich von Blutproben von 42 gesunden Probanden mit denen von 33 Alzheimer-Patienten stellten die Wissenschaftler fest, dass im Blut der Demenzkranken bis zu viermal mehr Antikörper vorhanden waren als in der Kontrollgruppe.

Die Forscher wollen nun auf der Grundlage ihrer Entdeckung einen einfachen Bluttest auf die Antikörper entwickeln. Damit hoffen sie, nicht nur die bereits ausgebrochene Krankheit diagnostizieren, sondern auch Personen mit einem hohen Risiko für Alzheimer identifizieren zu können. Möglicherweise könne auf dieser Basis später sogar eine zielgerichtete Therapie entwickelt werden, schreibt das Team.

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