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Medikamente gegen Alkoholsucht – dies ist das ferne Ziel zweier Studien in der November-Ausgabe von Alcoholism: Clinical & Experimental Research. Die beiden Studien zeigen, in welche biologischen Prozesse Medikamente eingreifen müssten, um Süchtigen einerseits den Ausstieg zu erleichtern und sie andererseits vor einem Rückfall zu bewahren.

Sucht

Man trinkt einen über den Kummer oder um die Stimmung an einer Party zu heben. Mit biologisch-erwiesenem Erfolg: Alkohol löst Glückssubstanzen im Gehirn, insbesondere den Botenstoff Dopamin. Es ist genau dieses Glücksgefühl, das Alkoholsüchtige suchen, aber nicht mehr finden können, wie die Studie unter der Leitung von Fulton T. Crews von der Universität North Carolina zeigt. Nach dieser Studie zerstört übermässiger Alkoholkonsum das Glückszentrum im Gehirn, jene Nervenzellen also, welche unter Dopaminwirkung das Glücksgefühl erzeugen.

Dies kann, fehlt der Alkohol, zu Angstzuständen, Aggression und eben dem Verlangen nach Alkohol führen. Forscher Tabakoff begründet: „Sind die Nervenzellen zerstört, versucht der Süchtige durch Alkoholkonsum wieder einen gewissen Glücks(normal)zustand zu erreichen, den er aber nie mehr erreichen wird.“

Ausstieg

Die Studie zeigt einen möglichen Ausweg auf. Die Forscher fanden eine Substanz, das Wachstumshormon BDNF, welches die Nervenzellen vor den schädlichen Wirkungen des Alkohols schützt. Alkohol zerstört die Nervenzellen allerdings nicht direkt, sondern er macht sie überempfindlich. Wird dann der Alkoholpegel gesenkt, kommt es erst zum grossen Nervenzellen-Sterben – beispielsweise bei einem Ausstiegsversuch. Tabakoff: „Wenn ein Alkoholsüchtiger sich entscheidet auszusteigen, muss man ihm mehr anbieten als moralische Unterstützung.“

Er schlägt vor, Ausstiegswillige mit Medikamenten wie dem Wachstumshormon BDNF zu behandeln, um deren Glückszentrum möglichst intakt zu halten. Damit würde das Verlangen nach Alkohol gemindert werden.

Rückfall

Ist der Ausstieg geglückt, droht der Rückfall. „Bei einem Rückfall spielen nicht nur biologische, sondern auch situationsbedingte Faktoren wie Stress, eine ‚Bar-Umgebung‘ oder Alkoholgeruch eine Rolle“, meint der Leiter der zweiten Studie, Friedbert Weiss, vom ‚The Scripps‘ Forschungsinstitut. In seinem Labor wurde deshalb ein Tiermodell entwickelt, welches die Reaktionen im Gehirn auf einen Geruchsreiz erforschbar macht.

Die Forscher gaben Ratten Alkohol und Quinin zu trinken. Zeitgleich zum Alkohol verströmten sie entweder Alkohol – oder Bananengeruch und zu Quinin gab es Quinin – oder Orangenduft. Schnell begannen die Ratten, setzte man ihnen beides vor, den Alkohol zu bevorzugen, insbesondere wenn dazu Alkohol- oder Bananengeruch verströmt wurde. Sie zeigten somit ein gewisses Suchtverhalten. Dann wurde den Ratten Abstinenz verordnet. Als nach dieser Abstinenzzeit die Ratten einem Bananenduft ausgesetzt wurden, änderte sich deren Dopaminspiegel im Gehirn – so als ob die Tiere an Alkohol denken würden.

Weiss sieht die Bedeutung seiner Studie folgendermassen: „Sie beschreibt ein Tiermodell, womit wir die biologischen Mechanismen erforschen können, welche durch situationsbedingte Faktoren ausgelöst werden. Damit wird die Entwicklung eines Medikaments möglich.“ Dies wäre dringend nötig, denn gemäss dem National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism erleben 90 Prozent der Ex-Alkoholiker in den ersten vier Jahren einen Rückfall.

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