Gesundheit, Wellness, Medizin

Regelmässige flotte Spaziergänge verbessern bei älteren Menschen nicht nur die körperliche Fitness, sondern steigern auch die Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit. Das konnten amerikanische Wissenschaftler bei funktionalen Magnetresonanzstudien der Gehirne freiwilliger Testpersonen im Alter von 58 bis 77 Jahren nachweisen. Schon ein halbes Jahr lang dreimal pro Woche ein ausgedehnter Spaziergang reichte dabei aus, um eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten und eine deutliche Veränderung der Gehirnaktivitäten bei den Probanden hervorzurufen. Das berichten die Forscher in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas. 0400266101).

Offensichtlich steckt in dem von Sportlehrern häufig als Druckmittel verwendeten „mens sana in corpore sano“ “ ein gesunder Geist in einem gesunden Körper “ doch ein Körnchen Wahrheit, entdeckten Arthur Kramer und seine Kollegen von der Universität von Illinois in Urbana-Champaign. Die Forscher liessen ihre Testteilnehmer Aufgaben lösen, bei denen sie sich auf einige wesentliche Informationen in einer Fülle von Daten konzentrieren sollten, und bestimmten während dieser Tätigkeit die Gehirnaktivität. Probanden mit einer besseren Herz-Kreislauf-Fitness reagierten bei diesen Tests schneller und genauer als untrainiertere Teilnehmer. Auch waren bei ihnen bestimmte Gehirnbereiche stärker durchblutet, die beispielsweise für Aufmerksamkeit und räumliches Sehen verantwortlich sind.

Eine ähnliche Verbesserung fanden die Wissenschaftler auch bei Probanden mit ursprünglich geringer Kondition, nachdem diese sechs Monate lang dreimal in der Woche eine dreiviertel Stunde an der frischen Luft spazieren gegangen waren. Auch sie reagierten schneller als vor dem Training, liessen sich weniger leicht ablenken und zeigten eine ähnliche Aktivitätssteigerung im Gehirn. Im Gegensatz dazu verbesserte ein Training, das auf Dehnungsübungen basierte, weder die Gehirnfunktion noch die Leistungsfähigkeit. Ähnliche Effekte sind bereits bei Ratten und Mäusen bekannt. Hier basiert die Steigerung der kognitiven Fähigkeiten auf der verstärkten Bildung eines Botenstoffs im Gehirn, der das Wachstum neuer Nervenverbindungen anregt.

Ob die gleichen Mechanismen auch für die Leistungssteigerung beim Menschen verantwortlich sind, wollen Kramer und Kollegen als nächstes untersuchen. Denkbar sei jedoch auch, dass eine Verstärkung des Blutflusses die Nervenzellen mit mehr Sauerstoff und Nährstoffen versorge und so ihre Aktivität steigere, schreiben die Forscher. Besonders bemerkenswert sei die kurze Zeit und die geringe Intensität des Trainings, die ausgereicht habe, derartige Verbesserungen hervorzurufen.

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