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Kann die Bestrahlung des Schädels die Hirnleistungsfähigkeit beeinträchtigen? Eine Forschergruppe an der Universitäts- Strahlenklinik Mannheim hat in einer von der Dietmar-Hopp-Stiftung geförderten Studie nachgewiesen, dass diese Sorge nicht berechtigt ist.

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Die Bestrahlung des Schädels ist eine gängige Therapie zur Behandlung von Gehirntumoren. Sie wird aber auch bei Krebspatienten angewendet, die einen bösartigen Tumor in einem anderen Organ haben und deren Gehirn frei von Tumoren ist. Die in diesem Fall prophylaktische Bestrahlung soll verhindern, dass sich – von dem primären Tumor ausgehend – Metastasen im Gehirn ansiedeln. Viele dieser Patienten sorgen sich, dass die Bestrahlung ihres Kopfes die Leistungsfähigkeit des Gehirns beeinträchtigen könnte. Viele Ärzte teilen diese Sorge und tun sich daher schwer bei der Entscheidung, ob sie ihren Patienten eine prophylaktische Bestrahlung empfehlen sollen. Der Verdacht, dass die Bestrahlung negative Auswirkungen auf die Hirnleistungsfähigkeit haben könnte, stammt von älteren Beobachtungen und Studien; da diese jedoch methodische Mängel aufweisen, ist deren Aussagekraft zweifelhaft und der Verdacht daher wissenschaftlich nicht belegt.

In ihrer aktuellen Studie hat eine Forschergruppe um den Leiter der Universitäts-Strahlenklinik Mannheim Professor Dr. Frederik Wenz und die Diplom-Psychologin Grit Welzel verschiedene Teilfunktionen der Hirnleistungsfähigkeit vor, während und nach der Bestrahlung des Schädels ermittelt. Es wurden Patienten mit einem gesunden Gehirn und Patienten mit durch Hirnmetastasen oder ein so genanntes Hirnödem vorgeschädigtem Gehirn untersucht. Die Wissenschaftler konnten eindeutig belegen, dass das gesunde Gehirn die Bestrahlung ohne Beeinträchtigung toleriert. Nur bei Patienten mit vorgeschädigtem Gehirn war eine vorübergehende Einschränkung des verbalen Gedächtnisses festzustellen, die das Arbeitsgedächtnis (Kurzzeitgedächtnis) betraf.

Der Nachweis, dass die seltenen Störungen der Hirnleistungsfähigkeit bereits unmittelbar während der Strahlentherapie auftreten können, ist ebenfalls interessant. Denn dies widerspricht der auch in Lehrbüchern weit verbreiteten Meinung, dass Nebenwirkungen neuropsychologischer Prägung erst nach mehreren Jahren auftreten. Dies muss auf der Basis der neuen Erkenntnisse revidiert werden.

Die Erkenntnisse der Studie werden die Therapieentscheidung von Strahlentherapeuten und anderen Krebsärzten beeinflussen, da sie die Auswirkungen der Bestrahlung auf die Lebensqualität ihrer Patienten nun besser einschätzen und ihre Patienten entsprechend beraten können.


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