Gesundheit, Wellness, Medizin

Das männliche Geschlechtshormon Testosteron allein macht Frauen nicht risikobereiter. Das haben schwedische Forscher in Tests mit Frauen herausgefunden, denen sie vier Wochen lang künstliches Testosteron verabreichten. Bei anschließenden Tests hatten die Probandinnen mit Geld umzugehen und konnten dabei ein unterschiedlich hohes Risiko eingehen. Doch was frühere Studien mit Männern nahelegten, in denen Probanden mit viel Testosteron im Blut riskantere Entscheidungen trafen, bestätigte sich bei den Frauen nicht: Die Risikobereitschaft der Probandinnen blieb auch unter dem Einfluss des Hormons unverändert. Über ihre Ergebnisse berichten Niklas Zethraeus und sein Team von der School of Economics in Stockholm.

Der Studie vorausgegangen waren mehrere Untersuchungen, die auf einen Zusammenhang zwischen hohen Werten von Testosteron und erhöhter Risikobereitschaft gestoßen waren. So hatten Wissenschaftler gezeigt, dass Männer mit viel Testosteron im Blut sich eher auf riskante Geschäfte einlassen und eher Angebote ablehnen, die für sie persönlich nicht profitabel erscheinen. Auch neigten Männer mit hohen Testosteronwerten weniger zu altruistischem Verhalten. Daher vermuteten die schwedischen Forscher, dass sich durch die künstliche Gabe von Testosteron auch das Verhalten von Frauen ändern würde – ein Trugschluss, wie sich herausstellte.

[ad]

Die Forscher hatten in ihren Experimenten insgesamt 200 Frauen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren untersucht, von denen ein Drittel Testosteron erhielt, ein Drittel das weibliche Geschlechtshormon Östrogen und ein weiteres Drittel ein Placebopräparat. Nach vier Wochen testeten die Wissenschaftler das Verhalten der Frauen in mehreren Spielen, in denen die Wahl zwischen verschieden riskanten Varianten hatten oder entscheiden mussten, wie viel Gewinn sie mit virtuellen Mitspielern teilen wollten. Dabei stellten die Wissenschaftler keinen Unterschied im Verhalten fest.

Möglicherweise hänge dies damit zusammen, dass das Testosteron im männlichen Organismus anders wirke als bei Frauen, da dieser ja schon vom Zeitpunkt der frühesten Hirnentwicklung im Mutterleib an dem Hormon ausgesetzt sei, spekulieren die Forscher. So könnte das Hormon bei Männern weitere Effekte auslösen, die letztlich zu dem veränderten Risikoverhalten führten.

Niklas Zethraeus (School of Economics, Stockholm) et al.: PNAS, doi: 10.1073/pnas.0812757106


Fairvital Bioaktive Vitalstoffe | Vitalstoffe & Gesundheitsprodukte online kaufen | Fairvital

Ähnliche Beiträge

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.