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Der Geruchssinn des Menschen wird geschärft, wenn er Gefahr ausgesetzt ist beziehungsweise starke Emotionen durchlebt. Diesen Schluss ziehen Wissenschaftler der Northwestern University http://www.northwestern.edu nach einer Studie an zwölf jungen Erwachsenen. Es zeigte sich, dass Emotion für die Sinneswahrnehmung des Menschen eine wichtige Rolle spielt. Der Mechanismus sei wahrscheinlich eine Überlebensstrategie, die der Mensch entwickelt hat, um schnell und unterbewusst gefährliche Gerüche aus dem Meer an Eindrücken, die ihn umgeben, herauszufiltern, so Forschungsleiter Wen Li zu der in Science veröffentlichten Studie.

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Im Rahmen der Untersuchungen sollten zwölf Personen aus drei nahezu identischen Chemikalien anhand des Geruchs die unpassende Substanz auswählen. Tatsächlich seien die Gerüche allerdings kaum zu unterscheiden gewesen, so die Forscher. Die chemischen Verbindungen stimmen in allem überein und sind lediglich in ihrem Aufbau spiegelbildlich verdreht. Im Normalzustand zeigte sich das erwartete Ergebnis. Nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit wählten die Testpersonen zu einem Drittel richtig. In einem zweiten Durchgang wurden die Probanden beim Riechen der unpassenden Substanz mit leichten Elektroschocks konditioniert. Anschliessend verbesserte sich die Erfolgsrate schlagartig auf 70 Prozent.

Die Ergebnisse der Studie seien kein Zufall gewesen, so die Forscher. Auch die Messungen des Magnetresonanztomographen hätten Unterschiede in der Gehirnaktivität gezeigt. Die während der Elektroschocks wahrgenommen Geruchsinformationen wurden speziell abgespeichert und konnten so leichter von anderen Reizen unterschieden werden. Angststörungen würden möglicherweise durch eine Fehlfunktion dieses Systems ausgelöst, vermuten die Forscher. Sollte jemand gefährliche Signale nicht von ungefährlichen unterscheiden können, würde das zu einer Überreaktion des emotionalen Kampf-oder-Flucht-Reflexes führen.

Bereits zuvor war bekannt, dass eine enge Verbindung zwischen Geruchssinn und Emotionen besteht. Spezielle Gerüche können alte Erinnerungen oder Gefühle wecken und der Geruch von Benzin oder Diesel womöglich einen Schock bei einem Soldaten mit Posttraumatischem Stresssyndrom verursachen. Die neue Studie lässt nun vermuten, dass diese starken Erinnerungen dadurch ausgelöst werden, dass der Geruch bereits beim ersten Kontakt intensiver wahrgenommen wird.


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