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Amerikanische Forscher haben erstmals einen Wirkstoff identifiziert, mit dem sich die sogenannte latente Form der Tuberkulose behandeln lässt.

Die latente Form der Tuberkulose entsteht meist dann, wenn die Symptome der ersten akuten Phase der Infektion, der sogenannten Primärtuberkulose, abgeklungen sind. In diesem Stadium teilen sich die Erreger kaum, fahren ihren Stoffwechsel herunter und verursachen auch keine Beschwerden. In etwa zehn Prozent der Fälle bricht die Krankheit jedoch nach Jahren oder sogar Jahrzehnten erneut aus, und es entsteht die gefürchtete offene Tuberkulose, bei der die Erreger je nach betroffenem Organ durch Husten oder durch Körperflüssigkeiten in die Umwelt gelangen.

Zwar wird eine akute Tuberkulose immer mit einer Kombination verschiedener Antibiotika behandelt, die auch noch mehrere Monate nach Abklingen der Symptome eingenommen werden müssen. Diese Wirkstoffe können den inaktiven Bakterien jedoch kaum etwas anhaben, da sie hauptsächlich die Proteinfabriken oder andere für die Vermehrung benötigte Stoffwechselprozesse lahmlegen. Um auch an die schlafenden Erreger heranzukommen, konzentrierten sich Bryk und ihr Team daher auf ein Bakterienenzym namens DlaT. Es spielt eine Doppelrolle, sobald sich die Bakterien im Ruhezustand befinden: Zum einen hilft es bei der Energiegewinnung aus Nährstoffen, und zum anderen schützt es das Bakterium vor den aggressiven Stoffen, mit denen das Immunsystem die Eindringlinge attackiert.

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Unter 15.000 getesteten Substanzen identifizierten die Forscher schliesslich eine, die das Enzym blockierte. Anschliessend stellten sie 1.000 verschiedene Variationen dieses Stoffes her, um die Wirksamkeit zu optimieren. Mittlerweile seien mehrere Varianten gefunden, die bei Versuchen mit Meerschweinchen die schlafenden Bakterien töteten, ohne die Tiere zu schädigen, berichten die Wissenschaftler. Die Substanzen wirken dabei mit den Waffen des Immunsystems zusammen und arbeiten daher besonders effizient. Da die neuen Wirkstoffe auf einem ganz anderen Wirkprinzip beruhen als andere Antibiotika, halten die Forscher das Potenzial für immens “ nicht nur im Kampf gegen chronische Infektionen, sondern auch als Alternative in den immer häufiger auftretenden Fällen, in denen Bakterien gegen alle bekannten Antibiotika resistent werden.


Ruslana Bryk (Cornell University, New York) et al.: Cell Host & Microbe, Band 3, S. 137


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