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Laut der diese Woche im Wissenschafts-magazin Journal of the American Medical Association (JAMA) publizierten, weltweit grössten klinischen Studie bei 1244 Bandscheibenpatienten, besteht im Ergebnis kein signifikanter Unterschied, ob die Patienten mit einer Operation oder konservativen – also nicht-operativen – Methoden behandelt wurden. „Diese Studie macht deutlich, dass es beim Bandscheibenvorfall keine Standardtherapie gibt. Vielmehr ist ein individuell auf jeden Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept auf Basis einer gründlichen Diagnostik gefragt“, sagte Prof. Dr. med. Peter Wehling vom Zentrum für Molekulare Orthopädie am Freitag in Düsseldorf. In Deutschland werden jährlich circa 30.000 Bandscheiben-operationen vorgenommen, bei der die Bandscheibe entfernt wird.

Wehling: Studie belegt hohen Stellenwert der konservativen Therapie – Mit neuen Instrumenten die optimale Therapie feststellen –

Die Studie Das Studien-Projekt „Spine Patient Outcome Research Trial“, kurz „Sport“, schloss 1244 Patienten in die multizentrische Studie ein. 501 Betroffenen wurde per Randomisierung, also per Zufall, die Operation zugeteilt oder verweigert. Bei den restlichen 743 Probanden wurde beobachtet und ausgewertet, wie sie in den beteiligten Kliniken behandelt wurden. Dies schloss verschiedene nicht-operative Verfahren wie Medikamente, Akupunktur oder Physiotherapie ein. Fazit der renommierten Forscher um Prof. James N. Weinstein: Zwar sei das kurzfristige Ergebnis einer OP oft besser als bei konservativer Therapie, doch könnte über den Zeitraum von 2 Jahren kein statistisch signifikanter Unterschied belegt werden.

Rückenschmerzen – Ein Therapie-Mix führt zum Erfolg Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall sind eine gründliche Diagnostik mit MRT (Magnetresonanz-Tomographie) und eine genaue Schmerzmessung erforderlich. „Durch das Verständnis des Schmerzes kann eine fundierte Entscheidung für die voraussichtlich optimale Therapie gemeinsam mit dem Patienten getroffen werden“, erklärte Wehling, der sich mit Arbeiten über den Bandscheibenvorfall habilitiert hat und zu den international bekannten Experten auf diesem Gebiet zählt. Eine Operation sei immer dann notwendig, wenn eine akute Blasen-Mastdarm- Störung oder schwere Nervenausfälle vorliegen. „Ansonsten führt eine Kombination aus medikamentöser Therapie, Physiotherapie und Akupunktur zur Besserung.“

„Bei der nicht-operativen Behandlung hat die Injektionstherapie an der Nervenwurzel einen hohen Stellenwert“, betonte Wehling. Zur Schmerzlinderung, die im Vordergrund steht, können verschiedene schmerz- und entzündungshemmende Medikamente (z.B. Diclofenac, Kortison) sowie körpereigene Proteine, wie die Orthokin-Therapie, eingesetzt werden.

Bei der Orthokin-Therapie werden aus dem Blut des Patienten entzündungs- und schmerzhemmende Proteine gewonnen und an die betroffenen Nerven injiziert. Hierbei handelt es sich unter anderem um das Protein Interleukin-1-Rezeptorantagonist. Das körpereigene Serum lindert die Schmerzen nachhaltig und stoppt die Entzündung der Nerven. Damit tritt eine deutliche Besserung der Rückenschmerzen ein. Die Wirksamkeit und Sicherheit der Orthokin-Rückentherapie ist durch eine klinische Studie an der Ruhruniversität Bochum und langjährige klinische Anwendung belegt.

Neue Tests in Arbeit: Welche Therapie hilft am besten? „Um die Therapie weiter zu verbessern, arbeiten wir zusammen mit der Universität Chapel Hill an einem Gentest mit dem die Art der Behandlung und die Behandlungsergebnisse bei Wirbelsäulenerkrankungen und Arthrose vorhergesagt werden können“, berichtete Wehling, der in Chapel Hill, North Carolina, ebenfalls forscht und lehrt. Die Forscher wollen nicht nur herausfinden, auf welches Medikament der Patient am besten anspricht, sondern mit welchem Erfolg bei einer Operation zu rechnen ist.

Rückenschmerzen – eine häufige Erkrankung Mindestens einmal im Leben leidet fast jeder Mensch unter Rückenschmerzen. Das Kreuz mit dem Kreuz kann je nach Alter verschiedene Gründe haben. Im mittleren Alter sind häufig Bandscheibenvorfälle die Ursache des Leidens. Besonders häufig sind Männer im Alter von 35 bis 45 Jahren betroffen. Älteren Menschen machen oft Veränderungen der Wirbelsäule und Abnutzungserscheinungen zu schaffen. Auch Fehlhaltungen, genetische Faktoren oder seelische Belastungen spielen eine Rolle. Gemeinsam ist vielen Rückenleiden, dass Bandscheibe oder Knochen auf die empfindlichen Nerven drücken, die zwischen den Wirbeln austreten. Schmerzen und manchmal Gefühlsstörungen der betroffenen Bereiche sind die Folgen.



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