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Amerikanische Krebsforscher haben eine Gruppe von Molekülen identifiziert, die die Entstehung von Metastasen bei Brustkrebs kontrollieren. Diese sogenannten microRNAs kommen in den Zellen natürlicherweise vor und regeln die Aktivität von Genen, die für die Bildung der Metastasen verantwortlich sind. Mit diesen Molekülen könnten einmal Krebsmedikamente entwickelt werden, mit denen sich die gefährliche und häufig tödliche Streuung des Krebses auf andere Organe verhindern lässt, hoffen die Wissenschaftler.

Unter microRNAs verstehen Biologen und Mediziner kleine Molekülschnipsel, die bei der Steuerung der Aktivität bestimmter Gene eine Rolle spielen. Da die Moleküle auf diese Weise auch auf das Entstehen und Wachstum von Tumorgewebe Einfluss nehmen, sind sie bereits seit einigen Jahren im Fokus von Krebsforschern. Auf eine vielversprechende Gruppe solcher Minimoleküle stiessen die Wissenschaftler um Massagué nun in ihrer Untersuchung: Eines der Moleküle namens miR-335 kann die Aktivität von Genen, die für die Bildung und Ausbreitung von Metastasen wichtig sind, unterdrücken, wiesen die Forscher nach. Ein weiteres Molekül, miR-126 genannt, hemmt hingegen insgesamt das Tumorwachstum.

In Krebszellen ist die Zahl dieser Moleküle stark reduziert, fanden die Forscher in Tests im Labor und an Gewebeproben heraus, die sie Brustkrebspatientinnen entnommen hatten. Als die Wissenschaftler bei Versuchen mit Mäusen Krebszellen die fehlenden microRNAs künstlich zuführten, verloren die Zellen ihre Fähigkeit wieder, Metastasen zu bilden, ergaben die weiteren Experimente.

Das Wissen um die Wirkung dieser Moleküle auf die Bildung und Ausbreitung von Metastasen könnte Diagnose bei Brustkrebspatientinnen verbessern, erklärt Sohail Tavazoie, einer der beteiligten Wissenschaftler. Die behandelnden Ärzte könnten damit genauer vorhersagen, bei welchen Patientinnen das Risiko für die Streuung des Krebses besonders gross ist, und entsprechende Gegenmassnahmen einleiten. Langfristig könnten auch Medikamente entwickelt werden, die Metastasen gezielt unterdrücken.

Joan Massagué (Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York) et al.: Nature, Band 451, S. 147



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