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Studie unter Federführung der Abteilung Neuroradiologie am Universitätsklinikum Heidelberg hat gezeigt: Spezielle Stents können verengte Gehirngefässe dauerhaft erweitern

Die Implantation einer winzigen, maschenartigen Metallröhre („Stent“) in ein verengtes Blutgefäss im Gehirn kann gefährdete Patienten vor einem Schlaganfall bewahren. Dies hat eine internationale Studie gezeigt, die in der Abteilung Neuroradiologie der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg koordiniert und in der Zeitschrift „Stroke“ veröffentlicht worden ist.

Das innovative Stentsystem „Wingspan“ (Hersteller: Boston Scientific) wurde in einer weltweiten Studie an 17 Zentren bei insgesamt 45 Patienten auf seine Wirksamkeit und Risiken getestet. Die Federführung der Studie hatte Professor Dr. Marius Hartmann, Leiter der Sektion Interventionelle Neuroradiologie der Abteilung Neuroradiologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Patienten, die an der Studie teilnahmen, hatten bereits leichte Schlaganfälle erlitten; Medikamente, die das Blut verdünnten, brachten bei ihnen keine Besserung. Dagegen war die Implantation des Stents sehr effektiv: Zu Beginn der Studie war im Mittel 75 Prozent des Gefässlumens der verengten Hirnarterie durch Arteriosklerose verengt; sechs Monate nach Implantation war es noch 28 Prozent und die Wieder- Einengungsrate (Rezidiv-Stenoserate) lag bei nur 7,5 Prozent. Nur ein Patient starb in den Wochen nach der Behandlung; zwei erlitten einen Schlaganfall.

Bessere Ergebnisse als mit Medikamenten und Herz-Stents

Auch der behelfsmässige Einsatz von Stents, die eigentlich bei verengten Herzkranzgefässen verwendet werden, war weniger erfolgreich.
Die Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass diese rigiden Stents den Verlauf der Erkrankung eher negativ beeinflussen. Das „Wingspan“ Stent-System ist dagegen speziell für die Anwendung im Gehirn entwickelt worden. Der Stent hat einen sehr geringen Durchmesser und ist äusserst flexibel. Dadurch können im Schädelinneren Engstellen behandelt werden, die mit den früher verwendeten Herz-Stents unerreichbar waren.

Das Wingspan Stent-System besteht aus zwei Komponenten, einem Plastikschlauch (Katheter), der an einem Ende einen Ballon trägt, mit dessen Hilfe die Arterie erweitert wird. Dafür wird der Katheter in die Engstelle eingeführt und langsam aufgeblasen. Die zweite Komponente, der Stent, ist eine winzige, maschenartige Metallröhre, die im Katheter liegt. Der Katheter wird in das Gefäss eingebracht und in den verengten Bereich vorgeschoben; an der erweiterten Engstelle wird der Stent, der sich von selbst entfaltet, freigesetzt und das Gefäss für den Blutfluss offengehalten. „Durch den Einsatz dieser flexiblen und selbstexpandierenden Stents konnte die Zahl der Komplikationen, etwa Verletzungen der Hirngefässe, gesenkt werden“, erklärt Professor Hartmann.

Bei 10 Prozent der Patienten mit Schlaganfall ist ein Gehirngefäss verengt

„Von der neuen Therapie profitieren Patienten, die immer wieder Durchblutungsstörungen im Gehirn oder einen Schlaganfall erleiden, deren Ursache eine Verengung eines Blutgefässes im Gehirn ist“, erklärt Professor Hartmann. Etwa 10 Prozent der Schlaganfall-Patienten sind davon betroffen. Die Gefässverengung kann nicht-invasiv mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung durch den Schädel festgestellt und mit Hilfe der Kernspintomographie (MRT) zusätzlich im Detail beurteilt werden.

Ansprechpartner:
Professor Dr. Marius Hartmann
Leiter der Sektion Interventionelle Neuroradiologie Abteilung Neuroradiologie
E-Mail: marius.hartmann@med.uni-heidelberg.de Tel. 06221 / 56-7566 (Sekretariat)


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