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Ein unter die Kopfhaut implantiertes Messgerät könnte künftig Epilepsiepatienten vor einem Anfall warnen. Das ist die Idee von Wissenschaftlern der Purdue-Universität, die eine solche Kleinsonde entwickelt haben. Eine zweite Arbeitsgruppe der Universität arbeitet hingegen an einem Messgerät, mit dem der Augeninnendruck ständig überwacht werden kann. Der Sensor könnte die Behandlung von Patienten mit Risiko für Glaukome erleichtern. Beide Sensoren sollen in ein bis zwei Jahren an Patienten getestet werden.

Das von Forschern um Pedro Irazoqui entwickelte Epilepsie-Messgerät sammelt über winzige Elektroden Nervensignale aus mehreren Bereichen des Gehirns und leitet diese an einen Sender weiter. Ein externer Empfänger fängt diese dann auf und wertet sie aus. Anhand bestimmter typischer Merkmale könnten dann häufig die Anzeichen eines epileptischen Anfalls erkannt werden, erklären die Forscher.

So können die Patienten vorab schon mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden. Langfristiges Ziel ist es, diese Wirkstoffe direkt in der betroffenen Hirnregion freizusetzen. Dies soll über mit lebenden Zellen beschichtete Elektroden geschehen, in denen der Wirkstoff direkt produziert wird. Das Messgerät wird von einer Batterie von der Grösse eines 5-Cent-Stücks mit elektrischem Strom versorgt und soll in zwei Jahren erstmals an Patienten erprobt werden.

Ein möglichst kleines Messgerät mit geringem Stromverbrauch war auch das Entwicklungsziel der zweiten Arbeitsgruppe der Purdue-Universität, die an einer implantierbaren Sonde zur Bestimmung des Augeninnendrucks arbeitet. Das Gerät wird zwischen zwei Gewebelagen im Auge implantiert und sendet seine Messdaten ebenfalls an einen externen Empfänger. So kann der Augeninnendruck, der als wesentlicher Risikofaktor für Glaukome gilt, ständig überwacht werden.

Eine solche Messung kann zwar auch beim Augenarzt von aussen vorgenommen werden, erklärt Irazoqui. Die Schwierigkeit jedoch sei, dass sich der Augeninnendruck innerhalb von Stunden, manchmal Minuten ändere und so eine einzige kurze Messung kein stimmiges Bild ergebe. Zunächst wird das Gerät in Tierversuchen getestet. Die ersten Tests mit Patienten sollen dann in etwa eineinhalb Jahren folgen.

Mitteilung der Purdue-Universität, West Lafayette



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