Gesundheit, Wellness, Medizin

Einem Forscherteam um Univ.-Prof. Otto Schmut von der Universitäts-Augenklinik der Medizinischen Universität Graz ist es nun erstmals gelungen, die Auswirkungen von Feinstaub auf das menschliche Auge zu analysieren.

Bisher, so teilt die Medizinische Universität Graz mit, gab es weltweit keine Studien, wie sich Feinstaub auf das menschliche Auge auswirkt. Ob Feinstaub ebenso wie andere Umweltfaktoren (z. B. Zigarettenrauch, Ozon etc.) einen negativen Einfluss auf die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit hat und somit für die Entstehung des so genannten „Trockenen Auges“ mitverantwortlich ist, sei bis jetzt „eine unbeantwortete Frage“ gewesen.

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In neuesten Studien habe an der Grazer Universitäts-Augenklinik nachgewiesen werden können, dass Feinstaub die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe der Tränenflüssigkeit verändert und die Vitalität der Zellen der Bindehaut stark reduziert wird. Somit stelle auch der Feinstaub einen auslösenden Faktor für das so genannte umweltinduzierte „Trockene Auge“ dar, erklärt die Universität.

An der Messstelle Graz-Süd, in einem belasteten Siedlungsgebiet in Graz, wurden die Feinstaubpartikel in Filtern aufgefangen. Wird menschliche Tränenflüssigkeit mit diesen Partikeln aus den Feinstaubfiltern zusammengebracht, verändern sich die Eiweißstoffe der Tränen, besonders dann, wenn noch dazu ultraviolettes Licht einstrahlt. Die dadurch in ihrer Zusammensetzung veränderten Tränen können ihre benetzende Funktion nicht mehr erfüllen und die trockenen Stellen am Auge treten auf. Wenn man menschliche Zellen der Bindehaut des Auges mit Feinstaub in Zellkultur inkubiert, kommt es zu einer Herabsetzung der Vitalität dieser Zellen. Dies lässt den Schluss zu, dass ähnlich den Zellen der Lunge, auch die Bindehautzellen des Auges durch Feinstaub geschädigt werden, heißt es weiter.

„Aus unseren Studien lässt sich ableiten, dass besonders dann die Augenoberfläche negativ betroffen ist, wenn Feinstaub und gleichzeitig ultraviolettes Licht auf die Augenoberfläche einwirken, zum Beispiel durch einen längeren Aufenthalt in Feinstaub belasteten Gebieten bei gleichzeitigem Einwirken von starkem Sonnenlicht“, erklärt Schmut. Der Experte rät, sich vor dem UV-Licht mit guten Sonnenbrillen zu schützen. Welche Langzeitfolgen der Feinstaub am Auge bewirken könne, sei noch unbekannt.

„Das umweltinduzierte „Trockene Auge“ wird – wie zahlreiche Studien an der Universitäts-Augenklinik beweisen – durch Umwelteinflüsse wie UV-Licht, Ozon, Autoabgase, Zigarettenrauch etc. ausgelöst“, erklärt die Universität. Die Krankheit könne eine Vielzahl von Ursachen haben, wie zum Beispiel eine zu geringe Tränenproduktion oder die falsche Zusammensetzung der Inhaltsstoffe des Tränenfilms. Dadurch könne die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend befeuchtet werden und trockene Stellen entstünden. Die ständige Zunahme der Anzahl der Betroffenen in den letzten Jahren lasse sich auf zunehmende Bildschirmarbeit, Klimaanlagen und die Einnahme verschiedenster Medikamente zurückführen. Aber eben auch verstärkte ultraviolette Strahlung, vermehrtes bodennahes Ozon, Autoabgase etc. führten zur Entstehung des Trockenen Auges.

„Dem Forscherteam um Schmut gelang es bereits 2008 mit einer neuen Entdeckung aufzuzeigen, dass Nicht-Allergiker genauso von Pollenreaktionen bei den Augen betroffen sein können wie Allergiker“, heißt es abschließend.
Ophthalmologische Nachrichten
Informationen:
Univ.-Prof. Schmut von der Grazer Universitäts-Augenklinik.

www.medunigraz.at


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