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Forscher entwickeln eine Impfung über die Haut gegen die Demenz-Erkrankung

Eine Impfung über die Haut könnte künftig zur Vorbeugung oder auch Behandlung von Alzheimer eingesetzt werden. Das schliesst ein Forschungsteam aus den USA und Japan aus den Ergebnisse eine Studie an gentechnisch veränderten Mäusen. Darin war es ihnen gelungen, die schädlichen Eiweissablagerungen im Gehirn der Labortiere durch eine solche Impfung abzubauen, ohne dass Nebenwirkungen festgestellt wurden. Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, ob die Hautimpfung auch eine Verbesserung der geistigen Leitungsfähigkeit der Mäuse bewirkt, schreiben William Nikolic und sein Team.

Das Erbgut der von den Wissenschaftlern untersuchten Mäusen war derart verändert worden, dass sich in ihrem Gehirn Eiweiss-Ablagerungen bildeten, wie sie auch bei Patienten mit Alzheimer vorkommen. Diese als Plaques bezeichneten Eiweissklumpen bestehen aus so genannten Beta-Amyloid-Proteinen. Schon länger suchen Wissenschaftler nach einer Impfung gegen diese Eiweisse. Gelänge es nämlich, das körpereigene Immunsystem auf diese Beta-Amyloid-Proteine anzusetzen, würde es die schädlichen Ablagerungen als Fremdkörper erkennen und attackieren.

Bereits früher war es in Tierversuchen gelungen, durch eine mit Spritzen injizierte Impfung die Symptome von Alzheimer zu reduzieren. Anschliessende Tests mit menschlichen Freiwilligen, die an Alzheimer litten, wurden allerdings eingestellt, als bei ihnen Hirnhautentzündungen festgestellt wurde und einige wenige Patienten sogar starben. Die Forscher um Nikolic haben nun jedoch zeigen können, dass auch eine Impfung über die Haut wirksam sein kann: Als sie den Impfstoff auf eine rasierte Stelle auf dem Rücken ihrer Mäuse gaben, produzierten die Tiere eine hohe Anzahl von Antikörper gegen das Beta-Amyloid-Protein. Ausserdem bildeten sich die Eiweiss-Ablagerungen im Gehirn deutlich zurück. Schädliche Nebenwirkungen hingegen konnten keine festgestellt werden, schreiben die Forscher.

Aus ihren Resultaten schliessen Nikolic und sein Team, dass eine Impfung über die Haut in Zukunft möglicherweise wirksam zur Vorbeugung und Behandlung der Alzheimerkrankheit eingesetzt werden könnte. Die Verabreichung des Impfstoffs über ein Pflaster oder eine Crème hätte den Vorteil, dass sie praktisch anzuwenden und verhältnismässig schmerzlos sei. Zudem gibt es in der Haut sogenannte Langerhanszellen. Diese Immunzellen könnten laut Nikolic dafür sorgen, dass eine allzu aggressive und daher schädliche Reaktion des Körpers auf die Impfung verhindert und stattdessen eine förderliche Immunantwort ausgelöst wird. Nun sollen weitere Studien zeigen, ob die neue Impfmethode auch den Gedächtnisverlust einschränken und die Anzahl von im Alter entstehenden Plaques reduzieren kann.

William Nikolic (Universität von Südflorida, Tampa) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0609377104


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