Was ist Heliotherapie?

Wie die aus dem Griechischen stammende Bezeichung (Helios = Sonne) bereits sagt, beruht die Heliotherapie, im Gegensatz zur Phototherapie, auf der Anwendung des natürlichen Sonnenlichtes zu medizinischen Zwecken.

Früher, bereits im alten Griechenland, spielte die Heliotherapie eine grosse Rolle zur Stärkung des Körpers (Immunabwehr), Im neunzehnten und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war die Heliotherapie fast die einzige Möglichkeit zur Behandlung von Tuberkulose und Rachitis, wurde dann aber durch die Entwicklung wirksamer Antibiotika und dem Einsatz von Vitaminen überflüssig.

Heute wird, ebenso wie die Phototherapie, die Heliotherapie meist im Rahmen von Kuren zur Behandlung von Hautkrankheiten, wie Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte eingesetzt, kann aber auch zur positiven Beeinflussung der Psyche genutzt werden.

Die grösste biologische Wirksamkeit des Sonnenlichtes hat der kurzwellige UV-B-Anteil der Strahlung. Zunächst wurde angenommen, dass UV-Licht Bakterien wie den Tuberkulose-Erreger direkt abtöten würde. Doch die Wirkung beruht zum grossen Teil auf einer Aktivierung des Immunsystems durch das Sonnenlicht. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Produktion des Vitamin D. Zu intensive Sonneneinstrahlung unterdrückt allerdings die Immunreaktion des Körpers und sollte deshalb gemieden werden.

Damit der Körper Vitamin D herstellen kann, ist Sonnenlicht erforderlich, weil die biochemischen Vorstufen des Vitamins in der Haut nur unter dem Einfluss des UV-Anteils im Lichtspektrum umgewandelt werden können. Einige Minuten pro Tag reichen dafür aus. Fehlt die Sonne auf Dauer völlig, kann ein Vritamin-D-Mangel die Folge sein. Das hat nicht nur negative Folgen für das Immunsystem, sondern es leidet auch die Knochensubstanz. Denn Vitamin D fördert die Aufnahme von Kalzium im Darm. Dieser Mineralstoff ist ganz entscheidend für die Härte und Stabilität der Knochen. In frühindustrieller Zeit war die durch weiche und deformierte Knochen gekennzeichnete Rachitis eines der häufigsten Leiden der Kinder in den lichtlosen Mietskasernen Mitteleuropas.

Die positiven Wirkungen des Sonnenlichtes auf die Psyche werden unter anderem dadurch erklärt, dass es im Gehirn die Produktion von verschiedenen Hormonen und Botenstoffen beeinflusst Ü. B. Melatonin und Serotonin).

Eine angenehmere Form der Behandlung als die Heliotherapie ist wohl kaum denkbar. Sich in die Sonne legen und entspannt die wohlige Wärme auf der Haut geniessen ist eine Wohltat für Körper und Seele. Doch das Sonnlicht darf nicht überdosiert werden, da sonst die UV-Strahlung zu Sonnenbränden führt und das Risiko für Hautkrebs steigert. Aber gegen ein wohldosiertes Sonnenbad ist medizinisch nichts einzuwenden.

Tipps zum Sonnenbad:

¢ Die Zeit der intensivsten Sonneneinstrahlung zwischen 11 und 15 Uhr meiden.
¢ 30 bis 45 Minuten vor dem Sonnenbad eincremen, damit das Lichtschutzmittel geinügend Zeit hat, in die obersten Hautschichten einzudringen.
¢ Höchstens 60 Prozent der sich aus Lichtschutzfaktor, UV-lndex und Hauttyp ergebenden maximalen Sonnenbadedauer ausnützen.
¢ Die Lippen sind besonders schutzlos, da die Haut hier nur dünn ist und kaum Fett produziert. Hier helfen besondere Lippencremes. Schützen Sie die Augen mit einer
Sonbrille
¢ Kein Sonnenschutzmittel ist absolut wasserfest. Der Schutzfaktor nimmt nach dem Gang ins Wasser immer ab. Also gerade die Kinder nachher neu eincremen.
¢ Unbedingt darauf achten, dass der Sonnenschutz neben UV-B auch UV-A-Strahlen herausfiltert.
¢ Extreme Lichtschutzfektoren – wie beispielsweise 60 – bieten kaum noch bessern Schutz. Bereits bei Faktor 20 werden 95 Prozent des UV-B-Anteils herausgefiltert.

Im Rahmen einer Kur übernehmen die deutschen Krankenkassen die Kosten für die ärztlich verordnete Heliotherapie.

Weitere Infos finden Sie hier …

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