Gesundheit, Wellness, Medizin

Nehmen Frauen in einer frühen Phase der Schwangerschaft Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder Ibuprofen ein, kann sich das Risiko einer Fehlgeburt um bis zu 80 Prozent erhöhen. Diesen alarmierenden Zusammenhang fanden amerikanische Forscher in einer statistischen Studie mit über 1.000 schwangeren Frauen. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift British Medical Journal (Bd. 327, S. 368).

Nicht-steroidale Antiphlogistika lautet die offizielle Bezeichnung für eine Gruppe entzündungshemmender Schmerzmittel, zu denen neben dem Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure auch Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin und Ketoprofen gehören. Medikamente mit diesen Inhaltsstoffen werden häufig gegen Kopfschmerzen, Fieber oder Regelschmerzen verschrieben. Die breiten Anwendungsmöglichkeiten und die verhältnismässig geringen Nebenwirkungen lassen sie vielfach als „Mittel der Wahl“ erscheinen.

Die Unbedenklichkeit dieser Medikamente wird jedoch zumindest bei Frauen, die schwanger sind oder es in naher Zukunft werden wollen, durch die Studie der Wissenschaftler um De-Kun Li vom Kaiser-Forschungsinstitut in Oakland in Frage gestellt. Die Mediziner fragten über tausend schwangere Frauen nach Medikamenten, die sie unmittelbar vor oder in einer frühen Phase der Schwangerschaft eingenommen hatten, und beobachteten weiterhin den Verlauf der Schwangerschaften. Bei den Frauen, die Schmerzmittel verwendet hatten, fanden die Forscher ein um etwa 80 Prozent erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. Wurden die Schmerzmittel um die Zeit der Empfängnis eingenommen, war die Gefahr sogar noch grösser.

Nach Ansicht der Forscher ist der Wirkmechanismus dieser speziellen Art von Medikamenten der Grund für das gehäufte Auftreten der Fehlgeburten. Die Wirkstoffe hemmen im ganzen Körper die Bildung von bestimmten Botenstoffen, den so genannten Prostaglandinen. Während dadurch im zentralen Nervensystem die Weiterleitung der Schmerzreize blockiert wird, kann ein Fehlen der Prostaglandine in der Gebärmutter das Einnisten des Embryos stören und so spätere Fehlgeburten begünstigen. Wirkstoffe wie Paracetamol, die ausschliesslich lokal im zentralen Nervensystem die Bildung der Prostaglandine verhindern, seien für schwangere Frauen daher deutlich besser geeignet, schreiben die Wissenschaftler.

Obwohl die Ergebnisse der Studie in weiteren Untersuchungen noch bestätigt werden müssen, empfehlen die Forscher schwangeren Frauen, besonders in der frühen Phase der Schwangerschaft völlig auf diese Medikamentengruppe zu verzichten. Auch Frauen mit konkretem Kinderwunsch sollten die Einnahme der Schmerzmittel vermeiden.

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