Gesundheit, Wellness, Medizin

Ein Eiweiss im Gehirn von Mäusen, das Nervenimpulse weiterleitet, ist mit verantwortlich für das Nachlassen von Lernfähigkeit und Gedächtnis im Alter. Wird seine Konzentration im Gehirn der Mäuse herabgesetzt, können sie genauso schnell Zusammenhänge erfassen und behalten wie ihre jüngeren Artgenossen. Das schreiben Göttinger Wissenschaftler in einer Online-Vorabveröffentlichung der Fachzeitschrift Nature Neuroscience (doi:10.1038/nn1101).

Mäuse sind auch nur Menschen: Auch bei ihnen lassen im Alter Lernleistung und Gedächtnis nach. So können sich jüngere Mäuse einen Zusammenhang zwischen einem Ton und einem später erfolgenden unangenehmen Erlebnis deutlich besser merken als ihre betagteren Artgenossen. Auch das Gehirn der älteren Nager ist lange nicht mehr so anpassungsfähig wie das der jüngeren Tiere.

Göttinger Wissenschaftler haben bei der Suche nach den biologischen Gründen dafür einen der Übeltäter aufspüren und dingfest machen können: Thomas Blank und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin entdeckten, dass im Gehirn der älteren Mäuse ein bestimmtes Eiweissmolekül sehr viel häufiger zu finden war als bei den jüngeren Tieren. Verhinderten die Forscher die vermehrte Bildung dieses Proteins, blieb die Lernfähigkeit der Mäuse bis ins hohe Alter erhalten.

Eigentlich gehen die Wissenschaftler davon aus, dass für alle Alterungsprozesse eine Vielzahl von Genen verantwortlich ist. Die Entdeckung des klaren Zusammenhanges zwischen einem einzelnen Protein und dem Nachlassen von Lern- und Gedächtnisleistung ermögliche aber neue Ansätze für medikamentöse Therapien, sagt Thomas Blank. Gelänge es, die Vermehrung des Proteins durch Medikamente zu unterdrücken, könnten altersbedingte Gedächtnisdefizite sehr wirksam bekämpft werden. Allerdings müsse der Zusammenhang im Menschen noch bestätigt werden.

Weitere Infos finden Sie hier …



Ähnliche Beiträge

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.