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Eine angeborene Störung im Herzschlag ist möglicherweise für jeden zwanzigsten plötzlichen Kindstod verantwortlich. Das ergaben genetische Untersuchungen, über die Ärzte auf der Jahrestagung der Amerikanischen Herzgesellschaft in Chicago (USA) berichteten.

Bei der Suche nach möglichen Gründen für den plötzlichen Kindstod haben die Forscher um Michael Ackermann von der amerikanischen Mayo-Klinik in Rochester Herzen plötzlich verstorbener Kleinkinder mit gentechnischen Methoden untersucht. Dabei fanden sie in etwa jedem zwanzigsten Herzen eine Veranlagung für das sogenannte QT-Syndrom. Bei der Krankheit können sich die Herzfasern nicht optimal für den nächsten Schlag elektrisch aufladen, weshalb das Organ wie aus heiterem Himmel stehen bleiben kann.

Das QT-Syndrom wurde schon früher für plötzliche Todesfälle von Jugendlichen verantwortlich gemacht. Bei den Betroffenen reichte oft schon eine leichte körperliche Betätigung zu einem ungünstigen Zeitpunkt, um das Herz zu überfordern. Das QT-Syndrom könnte auch Fälle erklären, in denen Kinder im Sandkasten sterben, kräftige Teenager ertrinken oder junge Erwachsene beim Laufen ums Leben kommen, erklärt Ackermann.

Aus den Vermutungen ergeben sich jedoch keine neuen Möglichkeiten zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstodes, sagt der Mediziner. Allgemein bewährt hat sich jedoch, die Kinder nicht auf den Bauch zu legen, sie nicht unter schweren Decken schlafen zu lassen und in der Wohnung nicht zu rauchen.

In Deutschland ereilt jedes Jahr etwa 650 scheinbar gesunde Säuglinge und Kleinkinder einen unerwarteten Tod. Der „plötzliche Kindstod“ ist hierzulande damit die häufigste Todesursache für Kleinkinder. Seitdem Eltern nicht mehr die Bauchlage für ihre Kleinkinder empfohlen wird, ist der plötzliche Kindstod jedoch auf dem Rückzug. Eine Vermutung ist, dass Kinder in Bauchlage oder unter schweren Decken oftmals die ausgeatmete Luft wieder einatmen, was den Kreislauf überlastet. Auch weiche Unterlagen aus Schafsfell begünstigen die Rückatmung der Luft. Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover empfehlen daher für Kleinkinder einen Schlafsack, der sich nicht über das Gesicht legen kann.

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