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Kokain verändert im Gehirn Zentren, die für Glücksgefühle und eine gute Motivation sorgen. Bei einer regelmässigen Einnahme der Droge senken diese Zentren ihre Aktivität, und möglicherweise sterben sogar Nervenzellen ab, schreiben amerikanische Forscher im „American Journal of Psychiatry“ (Januarausgabe, Bd. 160, S. 1).

Die Wissenschafter um Karley Little von der Universität Michigan in Ann Arbor haben die Gehirne 35 verstorbener Kokain-Abhängiger untersucht. In den Glückszentren der Hirne fanden sie auffallend wenig Dopamin. Zudem schienen im Nervensystem der Untersuchten Mechanismen, die die Wirkung des Nerven-Botenstoffes gezielt mindern, besonders aktiv gewesen zu sein.

Dopamin wird normalerweise von Nervenzellen ausgeschüttet, wenn sich ein Mensch in angenehmen Umständen befindet “ etwa wenn er ein gutes Essen bekommt, ein Spiel gewinnt oder küsst. Der Botenstoff sorgt dabei für die positiven Gefühle und steigert die Motivation, erneut in die begehrliche Situation zu kommen.

Die Forscher erklären ihre Beobachtungen mit dem Wirkmechanismus von Kokain: Die Droge steigert kurzzeitig die Aktivität von Dopamin im Gehirn. Die Nervenzellen reagieren daraufhin offenbar mit einer Drosselung der Dopaminproduktion und einem zügigen Abbau des Botenstoffes. Das wiederum steigert bei den Betroffenen das Verlangen, die Droge erneut zu nehmen. Ausserdem vermuten die Forscher, dass Dopamin-Zellen durch die Einnahme von Kokain absterben. Daher sei auch unklar, ob sich das Gehirn nach einem Entzug der Droge wieder regenerieren kann und zu einer normalen Dopamin-Produktion zurückkehrt.

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