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Eine Warnung an Frauen, die mit der Pille verhüten und zur Besserung ihrer Stimmung Johanniskraut einnehmen, hat die schwedische Arzneimittelbehörde Medical Products Agency ausgesprochen, nachdem zwei Frauen trotz der Pille schwanger geworden waren.

Johanniskraut wird häufig zur Behandlung von leichten Depressionen empfohlen. Extrakte des Krauts enthalten die Substanz „Hyperforin“, welche die Leberfunktion ankurbelt. Dadurch werden auch verschiedene pharmazeutische Produkte, wie etwa die Pille, schneller abgebaut. Das Trinken von Johanniskraut – Tee sei dagegen unbedenklich, sagen die Experten.

Neuere Erkenntnisse (01.09.2003) ?:

Johanniskraut und Pille vertragen sich gut

US-Studie ergibt keinen Zusammenhang zwischen Phytopharmakon und unerwünschten Schwangerschaften

Johanniskraut gilt heute als das am besten verträgliche Arneimittel bei leichten und mittelschweren Depressionen und Angstzuständen. Mit dem zunehmenden Einsatz des Phytopharmakons gerieten allerdings auch die möglichen Wechselwirkungen von Johanniskraut mit anderen Medikamenten ins Blickfeld der Medizin. Für besondere Verunsicherung sorgte dabei die Spekulation, Johanniskraut könnte die Schutzwirkung der Antibaby-Pille beeinträchtigen und damit zu unerwünschten Schwangerschaften führen. Entwarnung gab es jetzt auf einem wissenschaftlichen Symposium in Bethesda/USA.

Professor Dr. Stephen D. Hall, Klinischer Pharmakologe und Toxikologe an der Indiana Universität in Indianapolis wurde von der amerikanischen Arzneimittel-Überwachungsbehörde FDA beauftragt, dem Verdacht Johanniskrautextrakte beeinflussen die Sicherheit von Antikonzeptiva nachzugehen. Er führte deshalb entsprechende Interaktionsversuche mit einem Johanniskraut-Extrakt (‚Sundown Herbal Saint John™s Wort‘) und einem oralen Kontrazeptivum durch. Erste Ergebnisse dieser Untersuchungen trug Professor Hall anlässlich des ‚ASCPT-Symposiums über Interaktionen zwischen chemisch-synthetischen Arzneimitteln und pflanzlichen Produkten‘ vor, das im Juli 2002 in Bethesda/USA stattfand.

Die wichtigste Feststellung des renommierten Wissenschaftlers: Bei gleichzeitiger Einnahme von Johanniskraut und Anti-Baby-Pille zeigt sich zwar eine höhere Rate an Zwischenblutungen. Der natürliche Hormonspiegel wird jedoch nicht beeinflusst, allenfalls kommt es zu einer leichten Senkung des Abbauprodukts des Kontrazeptivums. Johanniskraut, gleichzeitig mit der Antibaby-Pille eingenommen, beeinträchtigt also deren empfängnisverhütende Wirkung nicht. Die in diesem Zusammenhang vermuteten ungewollten Schwangerschaften gehen seiner Meinung nach eher auf die Tatsache zurück, dass einige Frauen nach der Zwischenblutung möglicherweise die Pille abgesetzt haben.

Auch deutsche Experten weisen immer wieder darauf hin, dass für Panik im Zusammenhang mit Johanniskrautextrakten kein Anlass besteht, da Wechselwirkungen von Johanniskraut mit anderen Arzneimitteln ausgesprochen seltene Ereignisse sind. Das wurde bereits bei der Münchner Johanniskraut-Konsensuskonferenz (KFN berichtete am 5.7.2001) im Juni 2001 festgestellt und neuere Forschungsergebnisse bestätigen diese Einschätzung ausnahmslos.

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