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Wissenschaftler der Universität Bonn http://www.uni-bonn.de haben in Kooperation mit dem Herzzentrum Bad Oeynhausen nach den Ursachen der Herzinsuffizienz gesucht und sind zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen: Eine Unterversorgung mit Vitamin D trägt zur Entstehung der Krankheit bei. Die Forschungsergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe des „Journal of the American College of Cardiology“ publiziert.

„Bei einer Herzinsuffizienz ist der Hohlmuskel so geschwächt, dass er nicht mehr genügend Blut durch den Körper pumpen kann, um Organe und Muskulatur ausreichend zu versorgen. Die Patienten ermüden nach der geringsten Anstrengung, der Puls jagt, die Luft wird knapp. Aufgrund der schlechten Durchblutung versagen die Nieren ihren Dienst und können den Körper nicht mehr ausreichend entwässern“, berichtet Studienleiter Armin Zittermann, Ernährungswissenschaftler der Universität Bonn. Die Folge sind Wassereinlagerungen im Gewebe, so genannte Ödeme. Das Herz reagiert mit der Ausschüttung des Hormons ANP, das die Flüssigkeitsausscheidung fördert. „Eine erhöhte ANP-Konzentration im Blut ist daher ein verlässlicher Hinweis auf eine Herzinsuffizienz. Und zwar bereits im Frühstadium, wenn die Erkrankung kaum Symptome verursacht“, so der Wissenschaftler.

„Es ist bereits bekannt, dass das Vitamin D in Zellkulturen die Produktion des Entwässerungshormons ANP hemmt“, erklärt Zittermann. In Versuch mit Hühnern verschwand die Herzschwäche, sobald Vitamin D mit dem Futter verabreicht wurde. Auch in Herzmuskelzellen von Ratten konnten Wissenschaftler zahlreiche „Andockstellen“ (Rezeptoren) für Vitamin D finden. In Versuchen mit Patienten konnte der Bonner Forscher gemeinsam mit seinen Kollegen die Theorie des Vitamin-Mangels bestätigen. „Der Schweregrad der Erkrankung korrelierte mit dem Ausmass des Vitamin D-Mangels. Das sind starke Hinweise darauf, dass eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D bei der Entstehung der chronischen Herzschwäche eine Rolle spielen könnte“, meint Zittermann. In weiteren Studien verabreichen die Forscher Herzpatienten Vitamin D und kontrollieren, ob sich der Gesundheitszustand verbessert.

Vitamin D spielt unter anderem auch bei der Regulation der Kalzium-Konzentration im Körper eine Rolle, indem es die Kalzium-Aufnahme aus dem Darm verbessert. „Es scheint aber auch den Kalzium-Umschlag in den Herzzellen beeinflussen zu können“, so der Forscher. Damit sich der Muskel zusammenziehen kann, muss die Kalziumkonzentration kurzfristig stark ansteigen. Dazu zapft das Herz einen innerzellulären Kalzium-Speicher an, den es bei der Entspannung mit Hilfe kleiner „Pumpen“ wieder füllt. Vitamin D scheint die Aktivität dieser Minipumpen zu beeinflussen. Wenn sie aber nicht richtig funktionieren, kann der Herzmuskel nicht vollständig kontrahieren.

„Der Mensch bildet sein Vitamin D selbst. 75 bis 90 Prozent entstehen bei UVB-Bestrahlung in der Haut, den Rest nehmen wir über die Nahrung auf“, erklärt der Ernährungswissenschaftler. „In Industrieländern ist Vitamin D-Mangel ein häufiges Phänomen. Die Forscher warnen aber vor intensiver Sonnenbestrahlung, da diese grosse Gefahren in sich birgt. Nicht schaden könne aber der regelmässige Genuss Vitamin D-reicher Kost. In nennenswerten Mengen ist die Substanz aber nur in Fisch enthalten.

Weltweit leiden 15 Mio. Menschen unter einer Herzinsuffizienz, allein in Deutschland sind zwischen ein und drei Prozent betroffen. Die Prognosen der Herzinsuffizienz sind jedoch düster: Jeder zweite Patient stirbt innerhalb der ersten fünf Jahre, nachdem die Erkrankung diagnostiziert wurde.

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