Gesundheit, Wellness, Medizin

Rehapatienten des Orthopädiezentrums der Deutschen Rentenversicherung im niederbayerischen Bad Füssing nehmen künftig bei ihrer Heimreise die Kompetenz der Klinik mit nach Hause in die eigenen vier Wände. Der Therapeut fährt mit – per Video. Ein Experte blickt dem Patienten bei den täglichen Rücken- oder Gelenkübungen in der Nachsorgephase via Satelliten-TV über die Schulter und greift bei Bedarf korrigierend ins Heim-Trainingsprogramm ein.

Der Startschuss für das auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt „EvoCare“ ist gefallen. Finanziert wird das Modellvorhaben vom Klinikträger, der Deutschen Rentenversicherung Oberbayern. Das neue Therapiekonzept könnte die Nachsorge bei stationären Kuren revolutionieren. „Das Bad Füssinger Modell ist ein wirksames Konzept, den Zeitpunkt notwendiger Folgekuren hinauszuzögern“, sagt Projektleiter Christoph Löhr. „Den Renten- und Krankenversicherungen könnte das in Zukunft erhebliche Kosten sparen.“

Teilnehmer an dem Bad Füssinger Modellvorhaben nehmen bei ihrer Abreise nach dem Rehaaufenthalt zusammen mit einem umfangreichen Übungsplan auch einen Spezialcomputer mit nach Hause. Der Rechner zeichnet über eine kleine Fernsehkamera auf, wie sich die Ex-Kurgäste bei ihrem täglichen Gelenktraining zu Hause bewegen und überträgt die Daten anschliessend per Satellit an die Klinik in Bad Füssing. An seinem Schreibtisch verfolgt der Therapeut per Fernsehbild die Übungen und gibt dem Patienten über eine Art Videotext direkt auf den Bildschirm in dessen Wohnung detaillierte Trainingsratschläge.

Erfolgsquote liegt bei mehr als 80 Prozent Das neue TV-gestützte Therapiesystem soll vor allem ein Problem lösen helfen, dem Reha- und Kurmediziner seit Jahrzehnten hilflos gegenüberstehen: Während der Kur werden Rückenbeschwerden in der Regel deutlich gelindert und die Gelenkbeweglichkeit wieder deutlich erhöht. In Bad Füssing liegt hier die Erfolgsquote nach einer Untersuchung von 1200 Patienten sogar bei weit mehr als 80 Prozent. Doch zu Hause fallen die Patienten oft in alte Bewegungsmuster zurück, belasten die Wirbelsäule falsch, sitzen und gehen wenig Rücken schonend.

Gemeinsam mit einem Telemedizin-Dienstleister aus Nürnberg haben Bad Füssings Orthopäden deshalb das Konzept für den „virtuellen Hausbesuch“ erarbeitet. Bereits während des Kuraufenthalts zwischen den Bad Füssinger Thermen werden die Patienten mit dem Trainingsprogramm für Wirbel-säule, Arme und Beine vertraut gemacht, das sie zu Hause unter Kamerabeobachtung täglich turnen. Während der zweijährigen „EvoCare“-Pilotphase sollen in Bad Füssing pro Monat etwa 15 Patienten mit Rücken- und Bewegungsbeschwerden für jeweils vier Wochen von „EvoCare“ profitieren.

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