Gesundheit, Wellness, Medizin

Manuelle Therapieformen
Schmerzfreie Wege in der complementärmedizinischen Behandlung

Wenigen Menschen ist eine optimale Körperaufrichtung zueigen. Über 90 % zeigen Haltungsdefizite. Mit zunehmendem Alter wirkt sich eine kleine Fehlhaltung immer stärker auf den Gesamtorganismus aus. Rückenschmerzen, Atem- und Bewegungseinschränkungen, Ischias, Fuss-, Knie- oder Hüftleiden und Bandscheibenprobleme sind häufig die Folge. Die Körperhaltung spiegelt auch die Lebenshaltung: Sie drückt Energiemangel, seelisches Unwohlsein und vegetative Störungen aus, denn über das Nervensystem erfolgt auf Grund von negativen Erfahrungen bzw. Anhaltenden negativen Emotionen eine Anspannung der Muskeln in bestimmten Körperbereichen und fixiert sich im Laufe der Zeit.

Der Bereich der manuellen Therapieformen öffnet ein weites Feld dynamisch wachsender Methoden, wie die Osteopathie, die Integrative Körpertherapie, die Wirbelsäulentherapie nach Dorn-Breuss, die Bowen-Therapie, die Neuromuskuläre Therapie, die Biodynamische Psychologie, aber auch exotisch klingende Behandlungsformen wie die Kunst der Aufrichtung Soma oder Asymmetropathy, die Kunst der asymmetrischen Bewegungen. Weitere Behandlungsformen bevorzugen die Heilung über das sinnliche Erleben, so zum Beispiel viele Ayurveda-Anwendungen. Auch die Farbtiefenwärme kommt bei Schmerzen im Bewegungsapparat zum Einsatz. Was steckt dahinter? Für welche Beschwerden eignet sich welche Methode? Wo liegen deren Möglichkeiten und Grenzen? Das COMED Fachmagazin setzt genau hier an und berichtet über Strömungen in der Complementärmedizin, die entweder langsam im Bewusstsein der Öffentlichkeit wahrgenommen werden oder auch gerade erst entstehen.

Martin Ott beschreibt in COMED 01/2005 beispielsweise die Grundlagen der Osteopathie:

Osteopathie “ Von einer Philosophie zur Medizin Der menschliche Körper bildet im normalen Zustand eine Einheit, die sich durch ihre Dreieinigkeit auszeichnet. Diese besteht aus Körper, Geist (Verstand) und Seele, wobei der Verstand (Geist) eine übergeordnete Rolle einnimmt, mit der Aufgabe, den Körper des Menschen weise durch das Leben zu manövrieren, um ihn seiner Bestimmung zuzuführen. Die Dynamik, die ihn antreibt und durchströmt, ist das Leben (Seele). Funktioniert diese Dreieinigkeit wie vorgegeben, so kommt es durch die (körperliche) Fähigkeit der Selbstheilungskräfte, die überall optimal wirken können, zu keinerlei Erkrankungen.
Erkrankt der Mensch, gilt es einzig und alleine die auslösende Ursache in einem der drei Teile des Menschen zu finden, welche verhindert, dass dieses, unter normalen Umständen, perfekt gesteuerte und zusammenspielende System aus Regeneration, Abbau und Erhaltung des Menschen, nicht mehr wie vorgesehen funktioniert. Dabei bedient sich der Osteopath eines Hilfsmittels, das der Philosophie entspringt.

Und zwar ist er der Ansicht, dass die Struktur die Funktion dirigiert und die Funktion wiederum die Struktur kreiert. Verfügt man nun über hinreichende anatomische, biomechanische, physiologische, histologische, embryologische, aber auch psychologische und intuitive Kenntnisse, so lässt sich beim bestmöglichen Einsatz von geschultem freien Verstand und Palpation die Störung auffinden. Gleichwohl sie eventuell auch nicht in der direkten Umgebung des geschädigten Gebiets oder des Symptomenbereichs vom Patienten zu finden sein muss! Da der Osteopath also von einem unter normalen Umständen perfekt funktionierenden System ausgeht, das so hochkomplex ist, dass er als bescheidener Ingenieur nur die Abweichungen von normalen Strukturen und deren Funktionen korrigieren kann, geht er aber auch davon aus, dass wenn dies entscheidend geschieht, der Körper selbst über die beste und punktgenauste Apotheke verfügt, um sich selbst zu heilen, wenn er erst einmal dazu wieder im Stande ist. Das heisst, dass ein Osteopath nicht mehr in seiner Behandlung bewerkstelligen muss, als dafür zu sorgen, dass das entscheidend gestörte Bauteil in der Dreieinigkeit Mensch wieder seine Funktion und / oder damit Struktur zurückerhält, auf dass diese von selbst wieder durch normales Zusammenspiel optimal, mit all ihren Fähigkeiten, den alltäglichen Lebensanforderungen begegnen kann und sich selbst heilt. Die Heilung selbst vollzieht also niemals der Osteopath, sondern immer nur die wieder normal funktionierende interagierende Dreieinigkeit des Patienten. Deshalb gilt es für den Osteopathen nicht die Krankheit, sondern die Gesundheit im Patienten zu finden.

Soma “ die Kunst der Aufrichtung

Wie bereits erwähnt schenkt das Fachmagazin COMED auch noch relativ unbekannten Therapieformen Aufmerksamkeit, um mögliche Entwicklungspotenziale der Medizin aufzuzeigen. So stellt Soma “ die Kunst der Aufrichtung eine weitere neue Methode im Spektrum der Manuellen Therapieformen dar. In der Ausgabe 07/2006 wird sie vom Physiotherapeuten Heiko Humpert vorgestellt: Fehlhaltungen können abgeschaut sein, aus Schonhaltungen nach Unfällen resultieren, durch Stress, Ängste oder Sorgen hervorgerufene Anspannungen entstehen. Es kommt zu Verklebungen und Verkürzungen im Bindegewebe, und langsam verändert sich die Körperstruktur. Ist der Körper aus dem Lot, stehen die Segmente nicht mehr aufeinander, was zur Folge hat, dass die Schwerkraft den Körper zusätzlich nach unten zieht. Dies sorgt wiederum für weitere Verkürzungen der Muskeln.
Bewegungsmangel und einseitige Tätigkeiten, speziell am Schreibtisch, verstärken diesen Prozess.

Diese integrative Behandlungsmethode beschäftigt sich mit der Ganzheit von Körper, Geist und Seele. Das bedeutet, dass zwar am Körper gearbeitet wird, doch sich dadurch natürlich auch geistige und seelische Bereiche mit verändern können, wenn es der Klient zulässt. Durch eine tiefgehende Arbeit am Bindegewebe werden muskuläre Verspannungen, Verdickungen und Verklebungen gelöst, die eine optimale Aufrichtung verhindern. Der Therapeut arbeitet direkt am Faszien- und Muskelsystem des Patienten und harmonisiert so nicht nur den muskulären Halteapparat, sondern auch das Nervensystem. Ziel ist, durch die direkte Arbeit an Bindegewebe und Muskulatur auf sanfte Weise eine Änderung in der Körperstruktur herbeizuführen. Dabei wird darauf geachtet, dass das Nervensystem die Veränderungen als einen lösenden Prozess erkennen kann (z. B. Bei alten Verletzungen) und aufgrund dessen keine Abwehrhaltung einnimmt, sondern die positive psychische und physische Lösung unterstützt. Alte behindernde Muster können so verlassen werden. Damit einher geht also auch eine psychische Aufrichtung.

COMED Verlag
Der CO’MED-Verlag steht für hochwertige Publikationen aus dem Bereich der Complementärmedizin. Zum Thema Manuelle Therapien verweisen wir sie auf unsere Sonderhefte (z. B. COMED 7/2006 oder 1/2005).
Wenn Sie die Fachartikel in ganzer Länge nachlesen möchten, können Sie hier ein kostenfreies Leseexemplar anfordern:

http://www.comedverlag.de/fachmagazin_probeheft.php



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