Gesundheit, Wellness, Medizin

Wer zieht die Grenzen der umlagefinanzierten Medizin im Alter? Können Hochbetagte von bestimmten Eingriffen überhaupt noch profitieren?

„Die Chirurgie des älteren Menschen – eine moderne Herausforderung“ lautet der Titel der 177. Tagung der Nordwestdeutschen Chirurgen, der grössten regionalen Chirurgenvereinigung Deutschlands von 8. bis 10. Juni 2006 in Rostock. Sie geht vor dem Hintergrund der alternden Bevölkerung unter anderem der Frage nach, bis zu welchem Alter oder Zustand der Betroffenen grosse operative Eingriffe überhaupt sinnvoll und wünschenswert sind.

Gerade im hohen Alter müssten diejenigen Patienten genau definiert werden, die auch von einem grossen operativen Eingriff profitieren. Diese Einsicht stellt der Rostocker Chirurg und Tagungspräsident Professor Ernst Klar an den Anfang aller Überlegungen über Möglichkeiten der Behandlung.

„40 Prozent der Patienten, die wir behandeln, sind über 65 Jahre alt“, konstatiert Professor Ernst Klar, Leiter der Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäss- und Transplantationschirurgie am Universitätsklinikum Rostock. „Die demographische Entwicklung zeigt, dass die Menschen auch weiterhin immer älter werden und damit häufiger Operationen nötig werden, mit denen man bisher nur bei jüngeren Patienten Erfahrung hat“, sagt Professor Klar weiter.

So seien bundesweit Patienten, die an einer Krebsart wie Bauchspeicheldrüsen-, Magen-, Dickdarm oder Lungenkrebs erkranken, im Mittel weit über 65, teilweise über 70 Jahre alt. „Angesichts dieser Entwicklung stellt sich zunehmend die Frage, ob bei alten oder sehr alten Patienten Eingriffe sinnvoll sind und inwiefern die Betroffenen von der Behandlung überhaupt noch profitieren können.“ Dank moderner chirurgischer Techniken seien auch grössere Operationen bei älteren Menschen keine Seltenheit mehr. Gerade vor kurzem wurde ein 83-jähriger Patient erfolgreich an der Bauchspeicheldrüse operiert.

Die Konsequenzen die die alternde Gesellschaft in Bezug auf die Medizin nach sich zieht, werden am zweiten Tag der Tagung erörtert. Professor James Vaupel, Chef des Max-Planck-Instituts für demographische Forschung in Rostock, betrachtet die Wechselwirkung zwischen älter werdenden Menschen einerseits und einer Medizin, die die Menschen immer älter werden lässt, andererseits. Der Hamburger Wirtschaftsanalyst Doktor Christoph Lohfert thematisiert die Gratwanderung zwischen Rationierung und Rationalisierung in der Medizin und vergleicht den Zustand in der Bundesrepublik Deutschland mit dem anderer Länder. Ferner werden die Erkrankungen diskutiert, mit denen es die Chirurgen am häufigsten bei alten Menschen zu tun bekommen und deren operative Therapie besonders aufwendig ist. In erster Linie sind das Tumorerkrankungen, die die Speiseröhre, den Magen, die Bauchspeicheldrüse, die Leber und den Darmtrakt befallen.

Quelle: Universität Rostock


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