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Frau in der Sonne: Vitamin-D-Einnahme fördert Babygehirn (Foto: Flickr/n1nj4)

Zusammenhang zwischen Versorgung im Fetalstadium und Wortschatz

Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft zu wenig Vitamin D im Blut hatten, sind mehr als doppelt so oft von Sprachproblemen betroffen als bei hohem mütterlichen Vitamin-D-Spiegel. Das berichten australische Forscher vom Telethon Institute for Child Health Research http://ichr.uwa.edu.au in der Zeitschrift „Pediatrics“.

Das „Sonnenvitamin“ D der Mutter spielt unter anderem für den Aufbau der Knochen, für die Lunge oder das Wachstum des Fötus eine Rolle. Ob auch kognitive Fähigkeiten, Verhalten und Emotionen beeinflusst werden, haben nun die Forscher um Andrew Whitehouse erstmals in einer Langzeit-Studie erhoben. Vor 20 Jahren wurde dazu die Vitamin-D-Konzentration bei 700 Schwangeren gemessen, ehe man bei den Kindern alle paar Jahre bis zum Erwachsenenalter Tests durchführte.

Vitamin und Vokabel

Zwar war es weder für das Verhalten noch für den Umgang mit Emotionen relevant, ob man bei der Mutter einst einen niedrigen Vitamin-D-Wert (15 bis 46 nanomol pro Liter, nmol/l) oder einen hohen (ab 72 nmol/l) ermittelt hatte. Deutliche Unterschiede wurden allerdings bei den Sprachfähigkeiten sichtbar: Im Vokabeltest für die zehnjährigen Kinder zeigten 18 Prozent der Gruppe mit wenig mütterlichem Vitamin D Rückstände. Bei jener Gruppe mit viel Vitamin D waren es nur acht Prozent.

Ein Kausalzusammenhang wurde dabei allerdings nicht gezeigt und es bedarf weiterer Replikationsstudien, geben die Forscher zu bedenken. Künftig soll auch erhoben werden, ob man durch ergänzende Einnahme von Vitamin D in der Schwangerschaft das Risiko von Sprachproblemen in der Kindheit verringern kann.

Rezeptoren auch im Gehirn

So unvollständig das derzeitige Wissen über Vitamin D auch ist: Seine Erforschung boomt wie nie. „Für immer mehr bekannte Zelltypen wird in letzter Zeit bestätigt, dass sie über Rezeptoren für Vitamin D verfügen. Hier kann eine funktionelle Bedeutung angenommen werden, über die Vitamin D, ähnlich wie ein Hormon, Zellfunktionen steuert“, berichtet Andreas Kölling von der Deutschen Gesellschaft für Nährstoffmedizin und Prävention http://www.dgnp.de im pressetext-Interview.

Hinweise auf Zusammenhänge von Vitamin D und geistigen Fähigkeiten gibt es bisher dort, wo es im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen steht, beispielsweise bei Alzheimer. „Eine Rolle dürfte es bei Demenz und bei bestimmten Erkrankungen des Nervensystems spielen. Rezeptoren fand man auch in der Großhirnrinde sowie im Hippocampus, die beide für kognitive Aufgaben zuständig sind“, erklärt Kölling.



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