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Trans-Fettsäuren stehen in Verdacht Herz-Kreislauf-Krankheiten zu fördern. Deshalb sollte man diese Fette meiden, die vor allem in Fastfood und auch in industriell hergestellten Weihnachtsplätzchen stecken können.

Die meisten pflanzlichen Fette, die wir heute verwenden, sind relativ empfindlich. Sie werden bei Zimmertemperatur flüssig und bei längerer Lagerung auch ranzig. Um das zu verhindern, hat die Lebensmittelindustrie Anfang des vergangenen Jahrhunderts die Fetthärtung erfunden. Das ist eine relativ billige Methode, um Fette länger haltbar zu machen. Beim Härten werden unter hohen Temperaturen pflanzliche Öle zu streichfähigen Fetten umgewandelt und aus den gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren der Pflanzenöle entstehen Trans-Fettsäuren.

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Weihnachtsplätzchen – eine Gefahr fürs Herz? Vor allem industriell gefertigte Kekse können Trans-Fettsäuren enthalten. Dieses gehärtete Fett erhöht den den LDL-Cholesterinwert im Blut und damit das Risiko für Herzkreislauf-Krankheiten. 
Foto: obx-medizindirekt
Doch Trans-Fettsäuren belasten die Gesundheit, da sie unter anderem zu einer Veränderung des Cholesterinspiegels im Blut führen. Durch Trans-Fettsäuren steigt der Anteil an ungünstigem Cholesterin (LDL) und sinkt der Anteil an günstigem HDL-Cholesterin, was das Risiko für Herzerkrankungen deutlich erhöht.

Wer täglich mehr als fünf Gramm an Transfetten zu sich nimmt, erhöht nach den Ergebnissen mehrerer internationaler Studien sein Risiko für Herzkreislaufkrankheiten um bis zu 25 Prozent. Auch Übergewicht wird durch die Substanzen gefördert. „Trans-Fettsäuren zählen aus ernährungsphysiologischer Sicht zu den unerwünschten Bestandteilen unserer Nahrung“, schrieb das Bundesamt für Risikobewertung bereits im Jahre 2006 in einer Stellungnahme. Und weiter: „Trans-Fettsäuren erfüllen keine positive Funktion im menschlichen Körper. Eine Verzehrsempfehlung wird deshalb nicht ausgesprochen.“

Wie können sich Verbraucher vor diesen Fetten schützen? „Bisher kann die Aufnahme von Trans-Fettsäuren in unserer Ernährung nur geschätzt werden, exakte Daten fehlen“, sagt Professor Dr. Gerhard Jahreis von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. An seinem Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie wurden in den vergangenen zwei Jahren über 800 verschiedene Lebensmittel auf ihren Gehalt an Trans-Fettsäuren untersucht.

Besonders schlecht schneiden Backmargarinen und daraus hergestellte Lebensmittel wie Gebäck, also auch Weihnachtsplätzchen, Snacks und besonders Blätterteig ab. Sie enthalten teilweise einen sehr hohen Anteil an gesundheitsgefährdenden Substanzen. Auch viele Waffeln waren reich an Trans-Fettsäuren, ebenso Mikrowellen-Popcorn und Croutons. Handelsübliche Bechermargarinen seien hingegen arm an Trans-Fettsäuren oder enthalten diese gar nicht. „Das ist ein Beleg dafür, dass die Margarine-Industrie reagiert hat“, sagt Professor Jahreis.

Vor rund 20 Jahren hatten noch Untersuchungen sehr hohe Werte gerade bei den üblichen Margarinen ergeben.

Beim Kochen zu Hause sollte man natürliche pflanzliche Fette und Öle bevorzugen. Diese enthalten einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die unser Körper besser verarbeiten kann.

Das Gesundheitsamt der Stadt New York hat 2007 zu drastischen Maßnahmen gegriffen: Dort ist es in Kneipen und Restaurants jetzt verboten, Gerichte anzubieten, die mehr als ein halbes Gramm Trans-Fettsäuren pro Portion enthalten. Seattle und Philadelphia haben inzwischen nachgezogen. Auch Dänemark hat inzwischen einen Grenzwert eingeführt;  Trans-Fettsäuren in Lebensmitteln dürfen maximal zwei Prozent des Gesamtfettgehalts ausmachen. In der EU wird derzeit eine Kennzeichnungspflicht für Trans-Fettsäuren zwar diskutiert, bisher gibt es dazu allerdings weder einen Gesetzentwurf noch einen klaren Vorschlag, wie dieser Grenzwert aussehen könnte. Lediglich für Babynahrung gibt es derzeit Richtlinien. Reagiert hat die Industrie: Fetthersteller haben mittlerweile Verfahren entwickelt, mit denen sie den Transfettgehalt im Fett auf unter zwei Prozent senken können.

In Deutschland haben Verbraucher keine Möglichkeit, zu erfahren, ob und wie viele Trans-Fettsäuren in den Lebensmitteln enthalten sind. Sollten Sie auf der Zutatenliste jedoch Bezeichnungen wie „enthält gehärtetes Fett“ oder „pflanzliches Fett, zum Teil gehärtet“ lesen, dann ist die Gefahr hoch, dass auch Trans-Fettsäuren enthalten sind. Nach der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung müssen in Deutschland zwar gehärtete Fette mit dem Hinweis „gehärtet“ deklariert werden – eine Mengenangabe ist jedoch nicht vorgeschrieben.


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