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Das Eheleben beeinflusst den Blutdruck, gute Freunde hingegen nicht: Glücklich Verheiratete haben im Durchschnitt einen niedrigeren Blutdruck als Menschen ohne Beziehung. Das gilt selbst dann, wenn die Singles in ein Netzwerk aus guten Freunden eingebunden sind. In unglücklichen Ehen verhält es sich dagegen umgekehrt “ hier ist der Blutdruck der Partner meist höher als bei Singles oder glücklich Verheirateten. Das ergab eine Untersuchung an der amerikanischen Brigham-Young-Universität in Provo. Studienleiterin Julianne Holt-Lunstad verglich dabei die Blutdruckwerte von rund 300 Probanden, die entweder verheiratet oder alleinstehend waren.

Erhöhte Blutdruckwerte sind ein wichtiger Risikofaktor für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Entscheidend ist dabei vor allem die Absenkung des Blutdrucks während der Schlafphasen, berichtet Holt-Lunstad. Bei Menschen, deren Blutdruck nachts nicht signifikant sinkt, sei das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark erhöht, so die Forscherin weiter. Deshalb sei es besonders wichtig, die Blutdruckwerte nicht nur punktuell in Kliniken zu messen, sondern fortlaufende Messreihen zu erstellen, um Daten über den nächtlichen Verlauf zu gewinnen.

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Für ihre Untersuchung stattete Holt-Lunsted ihre Probanden daher mit tragbaren Messgeräten aus, die für 24 Stunden am Körper verbleiben mussten. Weil sich die Messgeräte grösstenteils durch die Kleidung verdecken liessen, konnten die Teilnehmer ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen. Insgesamt nahmen 204 verheiratete Menschen und 99 Singles an der Untersuchung teil. Der Blutdruck der Probanden wurde während des Tests rund 70-mal automatisch gemessen, auch während der Schlafphasen.

Bei der anschliessenden Auswertung stiess das Forscherteam auf ein unerwartetes Ergebnis: Den Daten zufolge gab es keinen messbaren Unterschied zwischen den Blutdruckwerten von Menschen, die in soziale Netzwerke eingebunden sind und Menschen, die nur wenige Freunde besitzen. Bei den Werten für Ehepaare erhielten die Forscher dagegen die erwarteten Ergebnisse. So führt eine unglückliche Ehe zu schlechteren Blutdruckwerten, während glücklich Verheiratete meist einen niedrigeren Blutdruck besitzen.

Julianne Holt-Lunstad (Brigham-Young-Universität, Provo) et al.: Annals of Behavioral Medicine, 20. März


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