Gesundheit, Wellness, Medizin

Viele Bürger wollen im Urlaub etwas für ihre Gesundheit tun / 100 Millionen Übernachtungen jährlich in deutschen Heilbädern und Kurorten

DAMP (leh). Die 900 Kurärzte in deutschen Heilbädern und Kurorten spielen für diesen Wirtschaftszweig eine wichtige Rolle. Sie sorgen mit ihrer Kompetenz dafür, dass immer mehr Bürger bereit sind, dort aus privater Tasche bezahlte Kururlaube zu verbringen, wie beim 102. Bädertag in Damp deutlich wurde.

Die 300 staatlich anerkannten deutschen Heilbäder und Kurorte stehen unter Druck: Die Zahl der abgerechneten Kuren ist von 820 000 im Boomjahr 1988 auf 112 000 im vorigen Jahr gesunken. Deshalb modernisieren die Kur- und Badeorte ihre Anlagen, Angebote und Werbung. Ihr Ziel ist es, auf dem Markt der Privatzahler Position zu beziehen.

Weil die Mehrheit der Bürger im Urlaub etwas für die Gesundheit tun will, wählen viele den Kurort wegen seiner gesicherten medizinischen Kompetenz aus. Inzwischen erwirtschaften in diesem Wirtschaftszweig 350 000 Beschäftigte einen Jahresumsatz von 26 Milliarden Euro und betreuen 17,6 Millionen Gäste, die 100 Millionen Übernachtungen buchen – ein Drittel aller touristischen Übernachtungen in Deutschland, so der Bundestagsabgeordnete Ernst Hinsken (CDU).

Professor Manfred Steinbach, Präsident des Deutschen Heilbäderverbands (DHV), zeigte sich sicher: „Die Zukunft der Kurorte und Heilbäder liegt in ihrem Facettenreichtum.“ In seiner Grundsatzrede prägte Steinbach den Begriff vom „Kombipräparat Kurort“ als modernes Gesundheitszentrum für Rehabilitation und Wellness, für Gesundheitsurlaub und fernöstliche Medizin, für sportliche und kulturelle Grossveranstaltungen, Events und Freizeitaktivitäten wie den Deutschen Walking-Tag.

Problematisch für die Kurorte ist die Vergütung der Heilmittel – sie werde, so DHV-Vizechef Rudolf Forcher, immer restriktiver. Zwar machten die kurortspezifischen Heilmittel nur 2,3 Prozent aller Kassenausgaben aus, dennoch würden sie weiter beschnitten. 2004 hätten sie 3,374 Milliarden Euro betragen, für dieses Jahr sei das Budget auf 3,25 Milliarden Euro limitiert. Forcher kritisierte, dass manche Kasse „lieber Heilmittelabgaben auf Dampferfahrten von Reiseveranstaltern“ bezuschusse, als sich für die Abgabe der kurortspezifischen Heilmittel auf Rezept einzusetzen.

Quelle: Ärzte Zeitung online

Weitere Informationen zu Kurorten finden Sie auch hier!



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