Gesundheit, Wellness, Medizin

Aristoteles sah in der Glatze des Mannes ein Zeichen der männlichen Potenz. Cäsar zweifelte bereits an dieser Theorie, begnügte sich jedoch mit dem einfachen Lorbeerkranz, um seinen schütteren Haarwuchs zu verbergen.
Im Mittelalter war die Kahlheit keineswegs mehr so beliebt und die Mediziner beriefen sich auf die Erfahrungen der alten Ägypter, die das tägliche Einreiben der Glatze mit dem Fett von Steinböcken und Nilpferden empfahlen. Zahlreiche wirkungslose Mittel wurden auf den Jahrmärkten vertrieben. In der Alpenregion galt beispielsweise das Fett des Murmeltieres als haarwuchsfördernd.

Die in der Volksmeinung bestehende Vorstellung, dass zwischen sexueller Potenz und Haarfülle ein unmittelbarer Zusammenhang bestehe, sichert den Herstellern von Haar-Wundermitteln bis heute einen stetig steigenden Kundenstamm von verunsicherten Männern. „Viagra für den Kopf, damit auf der Glatze wieder was steht“, heißt die Direktive, die zu noch mehr gesellschaftlichem Druck führt.

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Erklärungen, warum und wann das Haar ausfällt (oder nicht) gibt es genauso viele wie Versuche der Glatze zu entkommen. Einer sehr ungewöhnlichen Hypothese dazu geht der ungarische Mediziner und Ökologe Peter Kabai in einem Beitrag zur Fachzeitschrift Medical Hypotheses (Elsevier) nach.

Haarausfall und die männlich Glatze seien kein Ausdruck einer Mangelerscheinung an Nährstoffen oder einem Zuviel an männlichen Hormonen. Vielmehr wäre die Kahlheit eine notwendige Anpassung des Mannes an ein sonnenarmes Klima bei der Wanderung der Urmenschen aus dem sonnigen Süden in die nördlichen Gefilde. Die Glatze diene als „Sonnenfänger“ für die kostbaren UV-Strahlen, so der Wissenschaftler. Ultraviolettes Licht wird für die körpereigene Bildung von Vitamin D benötigt. Und Vitamin D dient, wie wir inzwischen wissen, als Schutz vor Prostata-Krebs. Evolutionär gesehen soll also die Glatze den Mann vor Prostata-Krebs retten…



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